
ISO 20000-18 Min. Lesezeit
ISO 20000-1 Zertifikat: IT-Service-Management nachweisen
Das ISO 20000-1 Zertifikat belegt, dass Ihre IT-Services geregelt laufen. Was dafür nötig ist und wie Sie es ohne Vor-Ort-Audit erhalten.
Von Zertify Redaktion
Für ein ISO 20000-1 Zertifikat müssen Sie nachweisen, dass Ihre IT-Services nach ISO 20000-1:2018 geplant, betrieben und laufend verbessert werden. Bei Zertify läuft das über eine Online-Selbstbewertung ohne Vor-Ort-Audit. Der klassische Weg führt über eine Zertifizierungsstelle, die Ihren Betrieb vor Ort auditiert.
Was ISO 20000-1 regelt
ISO 20000-1:2018 ist der internationale Standard für IT-Service-Management. Er legt fest, wie ein Unternehmen seine IT-Services steuert, damit sie zuverlässig, nachvollziehbar und im Sinne der Kunden erbracht werden. Technik schreibt er nicht vor, geregelt wird die Organisation dahinter.
Der Standard beantwortet Fragen wie:
- Welche Services bieten Sie an, und was genau ist zugesagt?
- Wer ist für welchen Service verantwortlich?
- Wie gehen Sie mit Störungen, Anfragen und Änderungen um?
- Woran erkennen Sie, dass Ihre Services die Zusagen erfüllen?
- Was passiert, wenn etwas schiefgeht, und wie lernen Sie daraus?
Die Grösse des Unternehmens spielt keine Rolle. Ein IT-Betrieb mit zehn Mitarbeitenden wendet den Standard ebenso an wie ein Rechenzentrumsbetreiber, der Umfang muss nur zu Ihren tatsächlichen Services passen.
Für wen sich das Zertifikat lohnt
Interessant ist das Zertifikat vor allem für Unternehmen, die IT-Leistungen für Dritte erbringen: Managed-Service-Provider, Hosting-Anbieter, Softwarehäuser mit Betriebsverantwortung, Support-Dienstleister und Agenturen mit laufenden Wartungsverträgen.
Drei Anlässe kommen in der Praxis häufig vor:
- Kundenanforderungen. Grössere Kunden verlangen in Ausschreibungen und Lieferantenprüfungen einen Nachweis für geregelte IT-Prozesse.
- Interne Ordnung. Wer wächst, merkt irgendwann, dass Wissen in Köpfen und Chat-Verläufen nicht mehr reicht. Die Norm zwingt zu klaren Abläufen.
- Nachweis für neue Kunden. Ein öffentlich prüfbares Zertifikat verkürzt Gespräche mit Neukunden.
Fragen Sie vorab nach, was Ihr Kunde oder die Ausschreibung konkret verlangt. Manche Auftraggeber schreiben die Form des Nachweises vor, und diese Antwort entscheidet über den Weg.
Die Struktur der Norm in Kürze
ISO 20000-1:2018 folgt der gemeinsamen Grundstruktur moderner Managementsystem-Normen. Wer ISO 9001 oder ISO 27001 kennt, findet sich rasch zurecht. Die Kapitel 4 bis 10:
- 4 Kontext der Organisation: Ihr Umfeld, die Erwartungen der Kunden und interessierter Parteien, der Geltungsbereich Ihres Systems.
- 5 Führung: Verantwortung der Leitung, Service-Management-Politik, Rollen und Zuständigkeiten.
- 6 Planung: Risiken und Chancen, Ziele und deren Planung.
- 7 Unterstützung: Ressourcen, Kompetenz, Bewusstsein, Kommunikation und dokumentierte Information.
- 8 Betrieb: Der eigentliche Kern. Hier stehen die Service-Management-Prozesse.
- 9 Bewertung der Leistung: Überwachung, interne Audits, Managementbewertung und Service-Reporting.
- 10 Verbesserung: Umgang mit Abweichungen und kontinuierliche Verbesserung.
Kapitel 8 fällt bei ISO 20000-1 besonders umfangreich aus. Es umfasst unter anderem Service-Portfolio, Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, Kapazität und Verfügbarkeit, Änderungen und Releases sowie Incident-, Service-Request- und Problemmanagement. Das ist Ihr Tagesgeschäft. Die Norm will, dass Sie es definieren, umsetzen und belegen können.
Was Sie vor der Zertifizierung bereit haben sollten
Ein dickes Handbuch verlangt die Norm nicht, wohl aber ein System, das gelebt wird und sich nachweisen lässt. Selten fehlt es an der Technik. Meist fehlen Dokumentation und klare Verantwortlichkeiten.
Geltungsbereich festlegen
Bestimmen Sie, welche Services zum System gehören. Ein enger, ehrlich gewählter Geltungsbereich ist besser als ein breiter, den Sie nicht belegen können. Wollen Sie nur Ihren Managed-Workplace-Service zertifizieren, schreiben Sie genau das auf.
Service-Katalog und Zusagen
Halten Sie fest, welche Services Sie erbringen und was Sie Kunden zusagen: Servicezeiten, Reaktionszeiten, Verantwortlichkeiten. An diesen Zusagen messen Sie später Ihre Leistung.
Prozesse im Alltag
Für Störungen, Anfragen, Änderungen und Probleme brauchen Sie beschriebene Abläufe, die Ihr Team tatsächlich nutzt. Ein Ticketsystem mit nachvollziehbarer Historie liefert dafür oft die besten Belege.
Messen und überprüfen
Sie überwachen Ihre Services, erstellen Berichte, führen interne Audits durch, und die Leitung bewertet die Ergebnisse. Aufwendig muss das nicht sein, aber regelmässig und dokumentiert.
Verbesserung
Geht etwas schief, halten Sie Ursache und Massnahme fest. Kapitel 10 erwartet genau das: Sie reagieren auf Abweichungen und verbessern das System nachvollziehbar.
Checkliste: Sind Sie bereit für ISO 20000-1?
Gehen Sie die Punkte ehrlich durch. Was Sie nicht abhaken können, ist Ihre Arbeitsliste.
Zwei Wege zum Zertifikat
Es gibt zwei Wege.
Der klassische Weg: Eine Zertifizierungsstelle auditiert Ihr Unternehmen vor Ort, mit Terminen, Auditoren im Haus und entsprechendem Aufwand. Für manche Ausschreibungen und Kundenverträge ist dieser Weg vorgegeben.
Der Weg über Selbstbewertung: Sie beantworten die Anforderungen der Norm online und belegen sie, ein Audit vor Ort findet nicht statt. Das Vorgehen beschreibt der Beitrag ISO-Zertifizierung ohne Audit.
Die Wahl hängt von drei Punkten ab: was Ihre Kunden verlangen, wie viel interne Kapazität Sie für ein Audit freimachen können und wie schnell Sie einen Nachweis brauchen. Kleinere Betriebe setzen den Aufwand besser ins Verhältnis zum Nutzen. Eine allgemeine Einordnung steht unter ISO-Zertifizierung für KMU.
So läuft es bei Zertify
Zertify stellt das Zertifikat für ISO 20000-1 auf Basis einer Online-Selbstbewertung aus, ohne Audit vor Ort. Ausgestellt wird es von der G6 Agency AG unter Lizenz von SICE (Swiss Institute of Certification and Education). SICE prüft jede Selbstbewertung, bevor das Zertifikat erteilt wird. Das Zertifikat ist öffentlich verifizierbar, Ihre Kunden können die Echtheit also selbst prüfen.
Der Ablauf:
- Sie starten die Selbstbewertung unter /assessment/start.
- Sie beantworten die Fragen zu Ihrem IT-Service-Management und belegen Ihre Angaben.
- SICE prüft die Bewertung.
- Nach bestandener Bewertung und Zahlung stellt Zertify das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden aus.
Das Zertifikat gilt drei Jahre. Jedes Jahr bestätigen Sie es mit einem kurzen Online-Re-Audit, das als jährliches Abonnement organisiert ist. Die aktuellen Konditionen stehen auf der Seite Preise.
Die Vorarbeit nimmt Ihnen die Selbstbewertung nicht ab. Ihre Prozesse müssen bestehen und sich belegen lassen, wer den Fragen nicht standhält, besteht nicht. Belohnt wird ein funktionierendes System, kein geschicktes Ausfüllen.
Häufige Stolpersteine
Zu grosser Geltungsbereich. Wer alles einschliesst, muss alles belegen. Beginnen Sie mit den Services, die Kunden wirklich nachfragen.
Prozesse nur auf dem Papier. Abläufe, die niemand anwendet, fallen bei jeder Prüfung auf. Beschreiben Sie, was Ihr Team tut, nicht was es tun sollte.
Keine Belege. Ein Prozess ohne Spuren lässt sich kaum nachweisen. Tickets, Protokolle, Berichte und Entscheide sind Ihre Belege, sammeln Sie sie laufend.
Leitung nicht eingebunden. Kapitel 5 verlangt echte Führungsverantwortung. Politik, Ziele und Bewertung muss die Geschäftsleitung selbst tragen.
Lieferanten vergessen. Stammen Teile Ihres Services von Dritten, etwa Hosting oder Lizenzen, gehören diese Beziehungen ins System.
Was am Ende zählt
ISO 20000-1 verlangt keine Perfektion, sondern ein nachvollziehbar geführtes IT-Service-Management. Sind Ihre Services definiert, Ihre Abläufe gelebt und Ihre Ergebnisse gemessen, haben Sie die Grundlage. Offen bleibt dann nur der Weg, und den bestimmt, was Ihre Kunden verlangen.
Häufige Fragen
Was ist ISO 20000-1?
ISO 20000-1:2018 ist der internationale Standard für IT-Service-Management. Er stellt Anforderungen an ein Managementsystem, mit dem ein Unternehmen seine IT-Services planmässig erbringt, überwacht und verbessert.
Für wen lohnt sich ein ISO 20000-1 Zertifikat?
Vor allem für Unternehmen, die IT-Leistungen für Dritte erbringen, etwa Managed-Service-Provider, Hosting-Anbieter, Support-Dienstleister und Agenturen mit Wartungsverträgen. Auch Start-ups mit Betriebsverantwortung können profitieren.
Wie lange dauert es, bis ich das Zertifikat bei Zertify erhalte?
Zertify stellt das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden nach bestandener Bewertung und Zahlung aus. Dazu kommt die Zeit, um Ihre Prozesse und Belege vorzubereiten, je nach Stand Ihres Unternehmens.
Wie lange ist das Zertifikat gültig?
Das Zertifikat ist drei Jahre gültig. Jedes Jahr bestätigen Sie es mit einem kurzen Online-Re-Audit, das als jährliches Abonnement organisiert ist.
Wer stellt das Zertifikat bei Zertify aus?
Die G6 Agency AG stellt das Zertifikat unter Lizenz von SICE (Swiss Institute of Certification and Education) aus. SICE prüft jede Selbstbewertung, bevor das Zertifikat erteilt wird.


