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ISO 9001 ohne Audit: Was möglich ist und was nicht
Ein ISO-9001-Zertifikat ohne externes Audit ist möglich. Was das bedeutet und wann Sie trotzdem einen Auditor brauchen.
Von Zertify Redaktion
Ja, aber nur als Zertifikat auf Basis einer Selbstbeurteilung. Der klassische Weg mit einem Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle schliesst immer ein externes Audit ein.
Für kleine Unternehmen ist dieser Unterschied entscheidend: Entweder halten Sie in wenigen Stunden einen Nachweis in der Hand, oder Sie planen mehrere Monate Projekt ein.
Was "ohne Audit" bedeuten kann
Hinter dem Suchbegriff stecken drei verschiedene Dinge.
1. Ohne externes Audit
Kein fremder Auditor kommt vor Ort oder schaltet sich per Video zu. Sie beurteilen Ihr Unternehmen selbst anhand der Normanforderungen, und das Zertifikat beruht auf Ihren eigenen Angaben. Zertify arbeitet nach diesem Modell. Mehr dazu im Leitfaden zur ISO-Zertifizierung ohne Audit.
2. Ohne internes Audit
Hier ist Vorsicht angebracht. ISO 9001:2015 verlangt in Abschnitt 9.2 interne Audits in geplanten Abständen. Wer die Norm ernsthaft anwendet, muss sich also selbst prüfen, auch wenn das bei einem kleinen Betrieb sehr schlank ausfallen kann.
3. Ohne jede Überprüfung
Wenn niemand etwas prüft und nichts beurteilt wird, ist das Zertifikat wertlos. Ein Verfahren ist nur seriös, wenn Sie Ihre Praxis tatsächlich an den Normanforderungen messen und das Ergebnis nachvollziehbar bewertet wird.
Was ISO 9001 selbst verlangt
Die Norm schreibt keine Zertifizierung vor. Sie beschreibt Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem. Ob eine externe Stelle diese bestätigt, ist eine eigene Entscheidung.
Die Anforderungen folgen der High Level Structure und sind in die Abschnitte 4 bis 10 gegliedert:
- 4 Kontext der Organisation: Sie klären Ihr Umfeld, die Erwartungen der interessierten Parteien und den Geltungsbereich Ihres Systems.
- 5 Führung: Die Leitung übernimmt Verantwortung, legt eine Qualitätspolitik fest und verteilt Rollen.
- 6 Planung: Sie bewerten Risiken und Chancen und setzen Qualitätsziele.
- 7 Unterstützung: Ressourcen, Kompetenzen, Kommunikation und dokumentierte Informationen.
- 8 Betrieb: Die Abläufe, mit denen Sie Produkte oder Dienstleistungen planen, erbringen und freigeben.
- 9 Bewertung der Leistung: Überwachung, Kundenzufriedenheit, interne Audits und Managementbewertung.
- 10 Verbesserung: Umgang mit Abweichungen, Korrekturmassnahmen und laufende Verbesserung.
Diese Anforderungen gelten, egal wie Sie zu Ihrem Zertifikat kommen. Verbessert werden Ihre Abläufe durch die Umsetzung, das Zertifikat bestätigt lediglich den erreichten Stand.
Wann ein Zertifikat ohne externes Audit genügt
Die Selbstbeurteilung passt, wenn Sie Ihre Qualität sichtbar machen möchten und kein Dritter ein Audit verlangt. Das trifft zum Beispiel zu, wenn:
- Sie Kundinnen und Kunden zeigen wollen, dass Sie Ihre Abläufe strukturiert führen.
- Sie ein Qualitätssystem erst aufbauen und einen ersten, dokumentierten Stand festhalten wollen.
- Sie einen Nachweis für Website, Offerten oder Präsentationen brauchen und niemand ein Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle vorschreibt.
- Sie intern eine Standortbestimmung wünschen, bevor Sie über ein späteres externes Audit entscheiden.
In diesen Situationen steht der Aufwand eines klassischen Audits oft in keinem Verhältnis zum Nutzen. Das Zertifikat auf Selbstbeurteilung ist dann der schnellere Zwischenschritt.
Wann Sie den klassischen Weg mit Audit vor Ort brauchen
Der Weg über eine Zertifizierungsstelle ist die richtige Wahl, wenn:
- eine Ausschreibung ausdrücklich ein Zertifikat nach einem Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle verlangt,
- ein Kundenvertrag eine Zertifizierung durch eine Zertifizierungsstelle vorschreibt,
- eine Behörde oder Aufsicht diesen Nachweis fordert,
- Ihre Branche eine unabhängige Drittprüfung faktisch voraussetzt.
Im Zweifel fragen Sie Ihren Auftraggeber schriftlich. Die kurze Rückfrage kostet weniger als ein falsch gewählter Weg. Der Beitrag die beiden Wege im Vergleich legt den Unterschied genauer dar.
Das Zertifikat auf Selbstbeurteilung kann auch der Einstieg sein: Wer sein System sauber aufgebaut und dokumentiert hat, geht besser vorbereitet in ein späteres externes Audit.
Checkliste: Passt ISO 9001 ohne Audit zu Ihnen?
Je mehr Punkte Sie mit Ja beantworten, desto eher genügt eine Selbstbeurteilung.
Zum letzten Punkt: Das Zertifikat bestätigt nur, was Sie angeben. Wie viel es aussagt, hängt von Ihrer Sorgfalt ab.
So funktioniert es bei Zertify
Zertify ist eine Online-Plattform, die ISO-Zertifikate auf Basis einer Selbstbeurteilung ausstellt. Herausgegeben werden sie von G6 Agency AG unter Lizenz von SICE (Swiss Institute of Certification and Education). Jedes Zertifikat ist öffentlich auf zertify.ch überprüfbar. Für ISO 9001:2015 beantworten Sie Fragen zu den Anforderungen Ihres Qualitätsmanagements und bewerten Ihren Stand.
Der Ablauf in drei Schritten:
- Sie starten das Assessment und beantworten die Fragen zu Ihrem Unternehmen.
- Sie bestehen die Selbstbeurteilung.
- Nach bestandenem Assessment und Zahlung stellt Zertify das Zertifikat innert 4 Stunden aus.
Die Norm im Detail finden Sie auf der Seite ISO 9001:2015 Qualitätsmanagement, die aktuellen Konditionen unter Preise.
Wer einen raschen, nachvollziehbaren Nachweis seiner Qualitätsarbeit braucht, ist hier richtig. Verlangt Ihr Auftraggeber dagegen ausdrücklich ein Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle, führt kein Weg am klassischen Verfahren vorbei.
Häufige Missverständnisse
"Ohne Audit heisst ohne Anforderungen." Falsch. Die Anforderungen der Norm bleiben dieselben, nur die Prüfung durch einen Dritten entfällt.
"Das Zertifikat ist überall gleichwertig." Auch das stimmt nicht. Zertifikate nach dem klassischen Weg und Zertifikate auf Selbstbeurteilung beruhen auf unterschiedlichen Verfahren. Legen Sie deshalb offen, worauf Ihr Zertifikat beruht.
"Mit Selbstbeurteilung ist man später blockiert." Im Gegenteil: Den klassischen Weg mit Audit vor Ort können Sie jederzeit nachholen, und die Vorarbeit bleibt nutzbar.
Wann die Selbstbeurteilung reicht
Für kleine Betriebe, Agenturen und Start-ups ist das Zertifikat auf Selbstbeurteilung ein passender erster Schritt. Sobald ein Kunde, eine Ausschreibung oder eine Behörde mehr verlangt, planen Sie das externe Audit ein.
Häufige Fragen
Kann ich ISO 9001 ohne Audit erhalten?
Ja, als Zertifikat auf Basis einer Selbstbeurteilung, wie es Zertify anbietet. Beim klassischen Weg mit einem Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle gehört das externe Audit immer dazu.
Wer stellt das Zertifikat ohne Audit aus?
Herausgegeben wird es von G6 Agency AG unter Lizenz von SICE (Swiss Institute of Certification and Education). Es beruht auf einer Selbstbeurteilung und ist öffentlich auf zertify.ch überprüfbar.
Verlangt ISO 9001 selbst ein Audit?
Die Norm verlangt interne Audits in geplanten Abständen (Abschnitt 9.2). Eine Zertifizierung durch eine externe Stelle schreibt sie nicht vor. Ob ein externes Audit stattfindet, entscheiden Sie oder Ihr Auftraggeber.
Wie schnell erhalte ich das Zertifikat bei Zertify?
Zertify stellt das Zertifikat innert 4 Stunden nach bestandenem Assessment und erfolgter Zahlung aus.
Wann sollte ich trotzdem den klassischen Weg mit Audit vor Ort wählen?
Wenn eine Ausschreibung, ein Kundenvertrag oder eine Behörde ausdrücklich ein Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle verlangt. Im Zweifel klären Sie das vorab schriftlich mit Ihrem Auftraggeber.


