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Zwei Zertifikate nebeneinander, eines mit Aufsichtssiegel und Auditorensymbol, eines mit Checkliste für die Selbstbeurteilung

Allgemein7 Min. Lesezeit

Akkreditierte und nicht akkreditierte Zertifizierung

Akkreditierte Zertifikate beruhen auf einem externen Audit, nicht akkreditierte auf Selbstbeurteilung. Wann welche Variante passt, lesen Sie hier.

Von Zertify Redaktion

Ein akkreditiertes Zertifikat stammt von einer Zertifizierungsstelle, deren Arbeit ihrerseits von einer staatlich anerkannten Akkreditierungsstelle überwacht wird. Ein nicht akkreditiertes Zertifikat, wie Zertify es ausstellt, beruht auf einer Selbstbeurteilung und hat diese zusätzliche Aufsicht nicht.

Der Unterschied ist keine Frage von "echt" und "unecht". Er betrifft die Art der Prüfung und die Frage, wer Ihrem Zertifikat vertraut. In diesem Artikel erfahren Sie, was Akkreditierung bedeutet, wie beide Zertifikatsarten entstehen und wann Sie welche Variante wählen sollten.

Was Akkreditierung bedeutet

Zertifizieren heisst: Eine Stelle bestätigt, dass ein Unternehmen die Anforderungen einer Norm erfüllt. Akkreditieren heisst: Eine übergeordnete Stelle bestätigt, dass die zertifizierende Stelle dafür kompetent, unabhängig und methodisch sauber arbeitet.

Die Akkreditierung ist also eine Prüfung der Prüfer. In der Schweiz übernimmt diese Aufgabe die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS. In Deutschland ist es die DAkkS, in Österreich Akkreditierung Austria, in Frankreich die COFRAC. Diese nationalen Stellen sind in internationalen Abkommen vernetzt. Deshalb werden akkreditierte Zertifikate über Landesgrenzen hinweg meist ohne Rückfragen anerkannt.

Für Managementsysteme gelten die Anforderungen an die Zertifizierungsstellen in der Norm ISO/IEC 17021-1. Die ISO selbst stellt keine Zertifikate aus. Sie veröffentlicht nur die Normen.

Der Unterschied auf einen Blick

MerkmalAkkreditierte ZertifizierungNicht akkreditierte Zertifizierung (Zertify)
GrundlageAudit durch externe AuditorenStrukturierte Selbstbeurteilung
Aufsicht über die StelleNationale AkkreditierungsstelleKeine Akkreditierung
Prüfung vor Ort oder im FernauditJaNein
Überwachungsaudits in den FolgejahrenÜblichNein
Anerkennung in AusschreibungenWird häufig verlangtNur, wenn nicht ausdrücklich Akkreditierung gefordert ist
Aufwand für das UnternehmenHochGering
Zeit bis zum ZertifikatPlanbar in Wochen oder Monaten4 Stunden nach bestandenem Assessment und Zahlung

Die Tabelle zeigt den Kern: Akkreditierte Verfahren liefern ein Urteil von aussen, nicht akkreditierte ein Urteil von innen. Beides hat seinen Platz. Eine ausführlichere Einordnung finden Sie in unserem Leitfaden akkreditiert oder nicht.

Wie ein akkreditiertes Zertifikat entsteht

Der Weg ist klar geregelt und deshalb aufwendig.

  1. Sie beauftragen eine akkreditierte Zertifizierungsstelle.
  2. Die Stelle prüft Ihre Dokumentation.
  3. Auditoren prüfen im Betrieb, ob Ihr Managementsystem gelebt wird. Sie sprechen mit Mitarbeitenden, sichten Aufzeichnungen und stellen Fragen.
  4. Festgestellte Abweichungen müssen Sie beheben, bevor das Zertifikat ausgestellt wird.
  5. In den folgenden Jahren kontrolliert die Stelle in Überwachungsaudits, ob das System weiterhin funktioniert. Nach einigen Jahren folgt in der Regel eine Rezertifizierung.

Der Vorteil liegt in der Aussagekraft. Eine unabhängige Person hat Ihr System geprüft, und die prüfende Stelle steht selbst unter Aufsicht. Der Nachteil liegt im Aufwand: Sie binden Zeit im Team, planen Audittermine und tragen laufende Kosten.

Wie ein nicht akkreditiertes Zertifikat entsteht

Bei Zertify beantworten Sie ein Assessment, das die Anforderungen der gewählten Norm abbildet. Bei Managementsystem-Normen mit der gemeinsamen Grundstruktur gehören dazu Themen wie Kontext der Organisation, Führung, Planung, Unterstützung, Betrieb, Leistungsbewertung und Verbesserung. Sie beurteilen Ihren Betrieb anhand dieser Anforderungen selbst. Wenn Sie das Assessment bestehen und bezahlen, stellt das Swiss Institute of Certification and Education (SICE) das Zertifikat aus. Das geschieht innerhalb von 4 Stunden.

Es findet kein Audit statt. Niemand prüft Ihre Angaben vor Ort. Das Zertifikat dokumentiert, dass Sie Ihr Unternehmen anhand der Normanforderungen strukturiert beurteilt haben und das Assessment bestanden haben. Es ist keine unabhängige Bestätigung, dass Ihr System die Norm tatsächlich erfüllt. Und es ist keine akkreditierte Zertifizierung.

Wie dieses Verfahren genau funktioniert und wo seine Grenzen liegen, erklärt der Beitrag ISO-Zertifizierung ohne Audit.

Wann Sie ein akkreditiertes Zertifikat brauchen

In manchen Situationen führt kein Weg an einer akkreditierten Zertifizierung vorbei. Das gilt vor allem dann, wenn jemand sie ausdrücklich verlangt.

Ausschreibungen

Öffentliche Auftraggeber und grosse Unternehmen schreiben oft ein "akkreditiertes Zertifikat" oder ein Zertifikat einer "anerkannten Zertifizierungsstelle" vor. Lesen Sie die Eignungskriterien genau. Wenn Akkreditierung dort steht, wird ein nicht akkreditiertes Zertifikat nicht akzeptiert.

Kundenverträge und Lieferantenaudits

Einige Kunden verlangen vertraglich eine akkreditierte Zertifizierung, etwa Konzerne in ihren Lieferantenrichtlinien. Fragen Sie im Zweifel direkt nach. Eine kurze Rückfrage spart Ihnen später Ärger.

Regulierte Branchen

In Bereichen mit gesetzlichen oder behördlichen Vorgaben kann eine akkreditierte Zertifizierung oder eine Konformitätsbewertung durch eine bezeichnete Stelle erforderlich sein. Das betrifft zum Beispiel Medizinprodukte oder sicherheitsrelevante Produkte. Klären Sie das mit der zuständigen Behörde oder Ihrem Branchenverband. Wir nennen hier bewusst keine einzelnen Vorschriften, weil sie je nach Produkt und Land verschieden sind.

Hohe Anforderungen an Unabhängigkeit

Wenn Ihre Kunden ein belastbares Urteil von Dritten erwarten, etwa bei Informationssicherheit oder Qualität in kritischen Lieferketten, überzeugt ein Audit mehr als eine Selbstbeurteilung.

Wann ein nicht akkreditiertes Zertifikat genügt

Es gibt viele Fälle, in denen niemand eine Akkreditierung verlangt. Dann kann ein nicht akkreditiertes Zertifikat sinnvoll sein.

  • Sie wollen Ihre Abläufe an einer anerkannten Norm ausrichten und dies sichtbar machen.
  • Sie brauchen für Offerten, Ihre Website oder Kundengespräche einen Nachweis, dass Sie sich strukturiert mit Qualität, Umwelt oder Sicherheit befassen.
  • Ihr Budget oder Ihre Kapazität erlaubt aktuell kein vollständiges Audit.
  • Sie wollen einen ersten Schritt machen und später, falls nötig, auf eine akkreditierte Zertifizierung aufbauen.

Gerade kleine Unternehmen, Agenturen und Start-ups profitieren davon, dass die Selbstbeurteilung ohnehin zwingt, Abläufe zu klären. Das ist ein echter Nutzen. Er ersetzt jedoch keine externe Prüfung, wenn eine solche gefordert ist.

Checkliste: Welche Zertifizierung passt zu Ihnen?

Gehen Sie diese Punkte durch, bevor Sie sich entscheiden.

Sobald ein Punkt eine ausdrückliche Anforderung nach Akkreditierung ergibt, ist die Entscheidung gefallen. Dann wählen Sie ein Audit bei einer akkreditierten Stelle.

Wie Zertify passt

Zertify richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, Agenturen und Start-ups, die einen schnellen, nachvollziehbaren Nachweis wünschen und nicht auf eine ausdrückliche Akkreditierung angewiesen sind.

So gehen Sie vor:

  1. Auf der Seite Normen sehen Sie, welche Standards verfügbar sind, und wählen die passende Norm.
  2. Auf der Seite Preise finden Sie die aktuellen Konditionen.
  3. Über den Start des Assessments beginnen Sie die Selbstbeurteilung.

Wenn Sie das Assessment bestehen und bezahlen, stellt SICE Ihr Zertifikat innerhalb von 4 Stunden aus. Das Zertifikat ist nicht akkreditiert. Wir sagen das deutlich, damit Sie es gegenüber Kunden korrekt verwenden. Wenn sich später zeigt, dass ein Auftraggeber eine akkreditierte Zertifizierung verlangt, haben Sie Ihre Abläufe bereits an der Norm ausgerichtet. Das erleichtert ein späteres Audit.

Das Zertifikat ehrlich kommunizieren

Ein nicht akkreditiertes Zertifikat verliert seinen Wert, wenn es falsch dargestellt wird. Schreiben Sie nicht, Ihr Unternehmen sei "akkreditiert zertifiziert". Sagen Sie, dass Sie ein Zertifikat auf Basis einer Selbstbeurteilung nach der jeweiligen Norm besitzen. Wer das offen benennt, wirkt glaubwürdiger als jemand, der Unterschiede verwischt.

Fazit

Akkreditierte Zertifizierung bedeutet externes Audit und Aufsicht über die prüfende Stelle. Nicht akkreditierte Zertifizierung bedeutet Selbstbeurteilung, geringen Aufwand und kurze Wege. Entscheidend ist, was Ihre Kunden, Ausschreibungen oder Behörden verlangen. Wo Akkreditierung gefordert ist, wählen Sie ein Audit. Wo sie nicht gefordert ist, kann ein nicht akkreditiertes Zertifikat ein sinnvoller, ehrlich kommunizierter Schritt sein.

Häufige Fragen

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen akkreditierter und nicht akkreditierter Zertifizierung?

Bei der akkreditierten Zertifizierung prüfen externe Auditoren Ihr Unternehmen, und die zertifizierende Stelle steht selbst unter Aufsicht einer Akkreditierungsstelle. Bei der nicht akkreditierten Variante, wie sie Zertify anbietet, beruht das Zertifikat auf einer Selbstbeurteilung ohne Audit und ohne Akkreditierung.

Ist ein nicht akkreditiertes Zertifikat wertlos?

Nein, aber es hat eine andere Aussage. Es zeigt, dass Sie Ihr Unternehmen strukturiert an einer Norm beurteilt haben. Es ist keine unabhängige Bestätigung durch Dritte. Wo Akkreditierung ausdrücklich verlangt wird, genügt es nicht.

Wer akkreditiert Zertifizierungsstellen in der Schweiz?

In der Schweiz ist die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS zuständig. In Deutschland übernimmt dies die DAkkS, in Österreich Akkreditierung Austria und in Frankreich die COFRAC.

Kann ich später von einem nicht akkreditierten auf ein akkreditiertes Zertifikat wechseln?

Ja. Ein nicht akkreditiertes Zertifikat ersetzt ein Audit nicht, aber die Arbeit an Ihren Abläufen und Ihrer Dokumentation hilft bei einem späteren Audit. Sie beauftragen dann eine akkreditierte Zertifizierungsstelle und durchlaufen deren Verfahren.

Wie schnell stellt Zertify das Zertifikat aus?

Innerhalb von 4 Stunden nach bestandenem Assessment und erfolgter Zahlung. Das Zertifikat wird von SICE ausgestellt und ist nicht akkreditiert.

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Das Zertifikat basiert auf einer Selbstbewertung und ist keine akkreditierte Zertifizierung.