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Schlichte Grafik: Ausschreibungsdokument mit Häkchen neben einem ISO-Zertifikat auf hellem Hintergrund

Allgemein7 Min. Lesezeit

ISO Zertifikat für Ausschreibungen: Was Sie wirklich brauchen

Welches ISO-Zertifikat Ausschreibungen verlangen, wann ein Selbstassessment reicht und wann nur ein akkreditiertes Zertifikat zählt.

Von Zertify Redaktion

Ob ein ISO Zertifikat für eine Ausschreibung genügt, entscheiden allein die Ausschreibungsunterlagen. Verlangt die Vergabestelle ausdrücklich ein akkreditiertes Zertifikat, reicht ein Zertifikat auf Basis eines Selbstassessments nicht. Verlangt sie nur den Nachweis eines funktionierenden Managementsystems, kann es genügen, sofern Sie das vorab schriftlich klären.

Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Anforderung in den Unterlagen richtig lesen, welche Normen häufig vorkommen und wie Sie Zeit und Geld nicht an der falschen Stelle ausgeben.

Was Ausschreibungen mit «ISO Zertifikat» meinen

Das Wort «ISO Zertifikat» wird in Ausschreibungen unscharf verwendet. Gemeint ist meist der Nachweis, dass Ihr Unternehmen ein Managementsystem nach einer ISO-Norm betreibt, etwa für Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit oder Informationssicherheit. Es geht nicht um ein Produktzeichen und nicht um eine Auszeichnung.

Warum fragen Auftraggeber danach? Sie wollen das Risiko senken. Wer ein Managementsystem führt, hat Abläufe, Verantwortlichkeiten und eine Methode, Fehler zu beheben. Das Zertifikat ist für die Vergabestelle ein einfacher Beleg dafür.

Entscheidend ist, wie streng die Unterlagen den Nachweis fassen. Hier gibt es in der Praxis drei Varianten.

Die drei häufigsten Formulierungen

1. Zertifikat als Muss-Kriterium

Die Unterlagen verlangen ein gültiges Zertifikat als Voraussetzung für die Teilnahme. Ohne Nachweis wird das Angebot ausgeschlossen. Hier lohnt sich besondere Sorgfalt: Steht dort «akkreditiert», «durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle» oder ein vergleichbarer Wortlaut, dann ist die Antwort klar. Sie brauchen ein Zertifikat einer akkreditierten Stelle.

2. Zertifikat als Bewertungskriterium

Das Zertifikat bringt Punkte, ist aber nicht zwingend. Sie können auch ohne teilnehmen, verlieren dann aber im Vergleich. Ob ein Zertifikat ohne Akkreditierung hier Punkte erhält, hängt von der Bewertungsmatrix und vom Wortlaut ab. Fragen Sie im Zweifel nach.

3. Gleichwertiger Nachweis zulässig

Manche Unterlagen nennen die Norm und lassen ausdrücklich «gleichwertige Nachweise» oder eine Beschreibung des Managementsystems zu. In diesem Fall entscheidet die Vergabestelle, was sie als gleichwertig anerkennt. Sie sollten sich diese Einschätzung schriftlich bestätigen lassen, bevor Sie Ihr Angebot abgeben.

Wichtig: Ob ein Nachweis anerkannt wird, ist keine Frage, die Sie selbst abschliessend beantworten können. Es ist die Entscheidung der Vergabestelle auf Grundlage ihrer Unterlagen.

Welche Normen in Ausschreibungen vorkommen

Eine einzelne Standardnorm gibt es nicht. Je nach Branche und Auftrag tauchen unterschiedliche Normen auf:

  • ISO 9001 für Qualitätsmanagement, am häufigsten bei Dienstleistungen, Handwerk und Produktion.
  • ISO 14001 für Umweltmanagement, oft bei Bau, Logistik und öffentlichen Aufträgen mit Nachhaltigkeitsbezug.
  • ISO 45001 für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, typisch bei Aufträgen mit Arbeiten vor Ort.
  • ISO/IEC 27001 für Informationssicherheit, häufig bei IT-Dienstleistern, Agenturen mit Kundendaten und Cloud-Anbietern.

Diese Managementsystem-Normen folgen derselben Grundstruktur mit den Kapiteln 4 Kontext der Organisation, 5 Führung, 6 Planung, 7 Unterstützung, 8 Betrieb, 9 Bewertung der Leistung und 10 Verbesserung. Wer ein System sauber aufgebaut hat, erkennt diese Logik in jeder der Normen wieder. Eine Übersicht der Normen, die Zertify abdeckt, finden Sie unter Normen.

Was ein Zertifikat von Zertify ist und was nicht

Zertify stellt Zertifikate auf Basis eines Selbstassessments aus. Sie beantworten die Fragen zu Ihrem Unternehmen, das Assessment wird ausgewertet, und bei Bestehen stellt das Swiss Institute of Certification and Education (SICE) das Zertifikat aus. Nach bestandenem Assessment und Zahlung erhalten Sie es innerhalb von 4 Stunden.

Das ist keine akkreditierte Drittzertifizierung. Es gibt keinen externen Auditor, der vor Ort Ihre Unterlagen prüft. Das Zertifikat dokumentiert, dass Sie Ihr Unternehmen anhand der Normanforderungen strukturiert bewertet haben und diese Selbstbewertung bestanden ist. Mehr dazu, wo der Unterschied liegt, erklärt der Beitrag akkreditiert oder nicht.

Für viele Zwecke ist das ausreichend: als Nachweis gegenüber Kunden, die keine Akkreditierung verlangen, als Einstieg ins Managementsystem, für Vergabeverfahren mit zulässigem gleichwertigem Nachweis oder für Ausschreibungen, in denen das Zertifikat nur ein Bewertungskriterium unter mehreren ist.

Wann ein akkreditiertes Audit die bessere Wahl ist

Ein akkreditiertes Zertifikat ist die richtige Antwort, wenn eine der folgenden Situationen zutrifft:

  • Die Ausschreibung verlangt es ausdrücklich als Muss-Kriterium.
  • Ein Kundenvertrag schreibt eine Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle vor.
  • Eine Aufsichtsbehörde oder ein Branchenstandard fordert sie.
  • Der Auftraggeber bestätigt auf Rückfrage, dass er ein Selbstassessment nicht akzeptiert.

In diesen Fällen wäre ein Zertifikat ohne Akkreditierung am Ziel vorbei, auch wenn Ihr Managementsystem inhaltlich stark ist. Sparen Sie sich dann den Umweg und planen Sie das Audit mit einer akkreditierten Zertifizierungsstelle. Wie sich ein Weg ohne externes Audit grundsätzlich einordnen lässt, beschreibt der Beitrag ISO Zertifizierung ohne Audit.

Ein Selbstassessment ersetzt in solchen Fällen den akkreditierten Nachweis nicht. Es kann aber sinnvoll sein, das System vorher intern sauber aufzubauen, weil sich dadurch ein späteres Audit leichter bestehen lässt.

Checkliste: So prüfen Sie die Anforderung in der Ausschreibung

So formulieren Sie die Rückfrage

Eine kurze, sachliche Frage genügt. Zum Beispiel: «Wir führen ein Managementsystem nach ISO 9001 und können ein Zertifikat vorlegen, das auf einem Selbstassessment beruht und nicht von einer akkreditierten Stelle stammt. Wird dieses Zertifikat als Nachweis im Sinne von Ziffer X akzeptiert?»

Die Antwort der Vergabestelle gilt in der Regel für alle Anbietenden und wird oft allen mitgeteilt. Das ist normal. Wichtig ist, dass Sie die Frage rechtzeitig stellen. Nach Ablauf der Frist können Sie nicht mehr auf eine Antwort zählen.

Wie Zertify in Ihr Ausschreibungsvorhaben passt

Zertify eignet sich, wenn Ihr Nachweis flexibel sein darf und Sie schnell handeln müssen. Typische Fälle sind kleine Aufträge, Offerten an Privatunternehmen oder Verfahren, in denen das Zertifikat nur ein Kriterium unter mehreren ist. Es eignet sich auch, wenn Sie Ihr System strukturiert erfassen möchten, bevor ein akkreditiertes Audit ansteht. Für kleinere Betriebe finden Sie weitere Hinweise im Beitrag ISO Zertifizierung für KMU.

So gehen Sie vor:

  1. Prüfen Sie auf der Seite Normen, welche Norm zu Ihrer Ausschreibung passt.
  2. Sehen Sie sich die Konditionen auf der Seite Preise an.
  3. Starten Sie das Assessment und beantworten Sie die Fragen zu Ihrem Unternehmen.
  4. Nach bestandenem Assessment und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden.

Verlangt Ihre Ausschreibung ein akkreditiertes Zertifikat, starten Sie das Assessment nicht in der Hoffnung, dass es trotzdem durchgeht. Das wäre unredlich gegenüber der Vergabestelle und riskant für Ihr Angebot.

Häufige Fehler

Frist zu knapp planen. Ein akkreditiertes Audit braucht Vorbereitung und Termine bei der Zertifizierungsstelle. Wer erst nach Publikation der Ausschreibung beginnt, schafft es oft nicht rechtzeitig. Prüfen Sie, ob der Nachweis bei Angebotsabgabe oder erst bei Zuschlag vorliegen muss.

Norm verwechseln. ISO 9001 ersetzt weder ISO 14001 noch ISO/IEC 27001. Die Unterlagen nennen die Norm, und genau diese muss der Nachweis abdecken.

Geltungsbereich übersehen. Das Zertifikat muss zu der Leistung passen, die Sie anbieten. Ein Zertifikat für einen Teil des Betriebs deckt nicht automatisch das ganze Angebot ab.

Angaben im Angebot übertreiben. Bezeichnen Sie das Zertifikat so, wie es ist. Ein Zertifikat auf Basis eines Selbstassessments sollten Sie nicht als akkreditierte Zertifizierung darstellen.

Fazit

Für Ausschreibungen zählt der Wortlaut der Unterlagen, nicht der Name des Zertifikats. Lesen Sie die Anforderung genau, fragen Sie bei Unsicherheit schriftlich nach und wählen Sie erst dann den Weg. Ist ein akkreditierter Nachweis verlangt, führt kein Weg am Audit vorbei. Genügt ein gleichwertiger Nachweis oder ist das Zertifikat nur ein Bewertungskriterium, kann ein Zertifikat von Zertify eine schnelle und sachliche Lösung sein.

Häufige Fragen

Akzeptieren Ausschreibungen ein ISO Zertifikat ohne Akkreditierung?

Das hängt von den Ausschreibungsunterlagen ab. Verlangen sie ausdrücklich ein akkreditiertes Zertifikat, wird ein Zertifikat auf Basis eines Selbstassessments nicht genügen. Lassen sie gleichwertige Nachweise zu oder ist das Zertifikat nur ein Bewertungskriterium, kann es akzeptiert werden. Klären Sie das vor der Offerte schriftlich mit der Vergabestelle.

Ist ein Zertifikat von Zertify akkreditiert?

Nein. Zertify stellt Zertifikate auf Basis eines Selbstassessments aus, die vom Swiss Institute of Certification and Education (SICE) ausgestellt werden. Es handelt sich nicht um eine akkreditierte Drittzertifizierung.

Wie schnell erhalte ich das Zertifikat, wenn die Frist knapp ist?

Zertify stellt das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden nach bestandenem Assessment und Zahlung aus. Ob der Nachweis für Ihre Ausschreibung ausreicht, müssen Sie vorher mit der Vergabestelle klären.

Welche ISO-Norm brauche ich für eine Ausschreibung?

Die Norm steht in den Ausschreibungsunterlagen. Häufig sind ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt), ISO 45001 (Arbeitssicherheit) und ISO/IEC 27001 (Informationssicherheit). Wählen Sie genau die Norm, die verlangt wird.

Wann sollte ich ein akkreditiertes Audit wählen?

Wenn die Ausschreibung, ein Kundenvertrag oder eine Aufsichtsbehörde ausdrücklich eine akkreditierte Zertifizierung verlangt, oder wenn die Vergabestelle ein Selbstassessment auf Rückfrage ablehnt.

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Das Zertifikat basiert auf einer Selbstbewertung und ist keine akkreditierte Zertifizierung.