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ISO 27001:2022 Informationssicherheitsmanagement

ISO 27001 Anforderungen: was die Norm von Ihnen verlangt

ISO 27001:2022 verlangt ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS), das auf einer Risikobewertung beruht. Die Klauseln 4 bis 10 beschreiben das System, Anhang A liefert die Kontrollen, aus denen Sie auswählen. Diese Seite erklärt jede Klausel und nennt, was Sie dafür schriftlich vorhalten.

01: Aufbau

Wie sind die Anforderungen von ISO 27001 aufgebaut?

Die Norm hat zwei Teile. Der Hauptteil mit den Klauseln 4 bis 10 beschreibt, wie Sie Informationssicherheit steuern: Wer verantwortet sie, wie bewerten Sie Risiken, wie prüfen Sie Ihre Wirksamkeit. Diese Klauseln sind für jede Organisation verbindlich, die sich auf die Norm beruft.

Anhang A ist ein Katalog von Sicherheitskontrollen, gegliedert in vier Themen: organisatorische, personelle, physische und technologische Kontrollen. Welche davon Sie umsetzen, entscheidet Ihre Risikobewertung. Das ist der Kern der Norm. Sie schreibt keine feste Checkliste vor, sondern verlangt, dass Sie Ihre Auswahl nachvollziehbar begründen.

Die Ausgabe 2022 hat die Kontrollen überarbeitet, unter anderem für Cloud-Dienste, Datenschutz und Cyberrisiken. Die Klauselstruktur folgt wie bei ISO 9001 oder ISO 14001 dem gleichen Grundgerüst. Wer bereits ein anderes Managementsystem führt, findet vieles wieder.

02: Klauseln 4 bis 10

Die Klauseln 4 bis 10 in einfacher Sprache

Jede Klausel beantwortet eine praktische Frage. Die folgende Übersicht nennt zu jeder, was dahintersteht und was Sie üblicherweise festhalten.

Klausel 4: Kontext der Organisation
Sie klären, welche Kunden, Aufsichtsstellen und Lieferanten Anforderungen an Ihre Informationssicherheit stellen, und legen den Geltungsbereich fest. Festgehalten wird der Geltungsbereich, meist ergänzt um eine Liste der interessierten Parteien.
Klausel 5: Führung
Die Geschäftsleitung trägt die Verantwortung, erlässt die Sicherheitspolitik und weist Rollen zu. Festgehalten werden die Informationssicherheitspolitik und die Zuständigkeiten.
Klausel 6: Planung
Sie bewerten Informationssicherheitsrisiken, entscheiden, wie Sie damit umgehen, und wählen die Kontrollen aus Anhang A aus. Dazu kommen messbare Sicherheitsziele. Festgehalten werden Risikomethode, Risikobehandlungsplan, Erklärung zur Anwendbarkeit und Ziele.
Klausel 7: Unterstützung
Sie stellen Mittel bereit, sorgen für Kompetenz, sensibilisieren Mitarbeitende und lenken Ihre Dokumente. Festgehalten werden Schulungsnachweise und die gelenkten Dokumente des ISMS.
Klausel 8: Betrieb
Sie setzen die geplanten Massnahmen um und wiederholen die Risikobewertung in geplanten Abständen oder bei wesentlichen Änderungen. Festgehalten werden die Ergebnisse der Risikobewertung und der Risikobehandlung.
Klausel 9: Bewertung der Leistung
Sie messen, ob das System wirkt, führen interne Audits durch und lassen die Geschäftsleitung das ISMS bewerten. Festgehalten werden Messergebnisse, Auditprogramm und Protokoll der Managementbewertung.
Klausel 10: Verbesserung
Bei Abweichungen und Sicherheitsvorfällen korrigieren Sie die Ursache und verbessern das System laufend. Festgehalten werden Abweichungen und Korrekturmassnahmen.

03: Anhang A

Müssen Sie alle Kontrollen aus Anhang A umsetzen?

Nein. Sie müssen jede Kontrolle prüfen, aber nicht jede einführen. Ein Softwareunternehmen mit Cloud-Betrieb braucht andere Kontrollen als eine Treuhandkanzlei mit Papierakten. Wo Sie eine Kontrolle weglassen, begründen Sie das schriftlich.

Diese Entscheidung halten Sie in der Erklärung zur Anwendbarkeit fest, auf Englisch Statement of Applicability (SoA). Sie listet alle Kontrollen aus Anhang A auf und nennt zu jeder, ob sie gilt, warum, und ob sie bereits umgesetzt ist. Kunden, die im Lieferantenfragebogen nach Ihrem ISMS fragen, verlangen oft genau dieses Dokument.

Typische Kontrollen sind Zugriffsrechte und Passwortregeln, Datensicherung, Verschlüsselung, Regeln für Lieferanten und Cloud-Dienste, Schulung der Mitarbeitenden und das Melden von Sicherheitsvorfällen.

04: Dokumentation

Welche dokumentierten Informationen verlangt ISO 27001?

Die Norm nennt eine überschaubare Zahl von Nachweisen, die Sie vorhalten müssen. Ein Handbuch von hundert Seiten ist dafür nicht nötig. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Pflichtnachweise und was in einem kleinen Betrieb dafür genügt.

Pflichtnachweise nach Klausel und was dafür üblich ist
KlauselAnforderungÜblicher Nachweis im KMU
4.3Geltungsbereich des ISMSKurzes Dokument mit Standorten, Systemen und Prozessen im Geltungsbereich
5.2InformationssicherheitspolitikEin bis zwei Seiten, von der Geschäftsleitung unterzeichnet
6.1.2 und 6.1.3Risikobewertung und Risikobehandlung, Erklärung zur AnwendbarkeitRisikoregister, Behandlungsplan und SoA als Tabelle
6.2InformationssicherheitszieleListe mit Zielen, Verantwortlichen und Terminen
7.2Nachweis der KompetenzSchulungsliste, Teilnahmebestätigungen
9.2Interne AuditsAuditprogramm und Auditbericht
9.3ManagementbewertungSitzungsprotokoll der Geschäftsleitung
10.2Abweichungen und KorrekturmassnahmenMassnahmenliste mit Ursache, Massnahme und Abschlussdatum

Dazu kommen die Ergebnisse aus Klausel 8 und 9.1, also die durchgeführten Risikobewertungen und die Messwerte Ihres Systems.

05: Mit Zertify

Wie Zertify die Anforderungen von ISO 27001 prüft

Sie beantworten online 48 Ja/Nein-Fragen zu Ihrem ISMS. 13 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet sein. Von den übrigen 35 Fragen brauchen Sie mindestens 24 Ja-Antworten. Der Test ist kostenlos und ohne Registrierung. Sie sehen sofort, wo Ihnen noch ein Nachweis fehlt.

Nach bestandener Selbstbeurteilung und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden. Es wird von der G6 Agency AG unter Lizenz von SICE ausgestellt, und SICE prüft jede Beurteilung vor der Ausstellung. Einen Vor-Ort-Audit gibt es nicht. Jedes Zertifikat lässt sich öffentlich über Nummer und QR-Code auf dem PDF verifizieren, etwa durch Ihre Einkaufsabteilung oder bei einer Ausschreibung.

Das Zertifikat kostet 849 CHF im ersten Jahr, danach 569 CHF pro Jahr inklusive des jährlichen Online-Re-Audits. Es gilt 3 Jahre. Wer lieber mit einer Zertifizierungsstelle vor Ort arbeitet, findet den Vergleich der Wege im Leitfaden.

06: FAQ

Häufige Fragen zu den ISO 27001 Anforderungen

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