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ISO 27018:2019 Cloud-Datenschutz

ISO 27018 Pflicht: Wann Sie das Zertifikat brauchen

Kein Gesetz schreibt ISO 27018 vor. Verbindlich wird die Norm, sobald ein Kunde, ein Vertrag oder eine Ausschreibung den Nachweis verlangt. Dann zählt, wie schnell Sie ihn liefern können.

01: Rechtslage

Ist ISO 27018 gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. ISO 27018 ist eine freiwillige Norm. Weder das Schweizer DSG noch die DSGVO nennen dieses Zertifikat als Pflicht für Cloud-Anbieter.

Die Datenschutzgesetze stellen allerdings Anforderungen an Auftragsverarbeiter, etwa bei Zweckbindung, Löschung und der Meldung von Datenpannen. ISO 27018 beschreibt, wie sich solche Pflichten in einer Public Cloud umsetzen lassen. Das Zertifikat belegt, dass Sie diese Kontrollen geprüft haben.

Zur Pflicht wird es also erst durch Dritte. Wer das Zertifikat nicht hat, verliert dann nicht eine Rechtsposition, sondern einen Auftrag.

02: Praxis

Wann ISO 27018 in der Praxis verlangt wird

Die Anfrage kommt selten als Gesetzesverweis. Sie kommt als Zeile in einem Dokument, das Sie beantworten müssen.

Lieferantenfragebogen
Der Einkauf Ihres Kunden fragt, ob Sie nach ISO 27018 zertifiziert sind. Ohne Zertifikat bleibt das Feld leer, und Ihre Bewertung fällt schlechter aus.
Ausschreibung
Einzelne Ausschreibungen nennen den Nachweis als Eignungs- oder Zuschlagskriterium. Fehlt er, kann Ihr Angebot ausscheiden.
Rahmenvertrag
Ein Grosskunde schreibt in den Vertrag oder in die Anlage zur Auftragsverarbeitung, dass Sie Ihren Cloud-Datenschutz zertifiziert nachweisen.
Lieferkette
Ihr Kunde wird selbst von seinen Kunden geprüft und gibt die Anforderungen an seine Unterauftragnehmer weiter. Sie sind dann Teil dieser Kette.
Branche
Bei Healthcare-Clouds, HR- und Payroll-Software oder E-Commerce-Plattformen gehört ein Nachweis zum Schutz personenbezogener Daten zur Erwartung der Käufer.

03: Übersicht

Was Kunden fragen und was Sie vorlegen

Die Tabelle ordnet die häufigsten Auslöser ein. Entscheidend ist jeweils, welches Dokument am Ende im Anhang der Antwort liegt.

Auslöser für die ISO-27018-Anfrage
SituationWas verlangt wirdWas Sie vorlegen
LieferantenfragebogenAngabe zu Zertifizierungen im Cloud-DatenschutzZertifikatsnummer und PDF mit QR-Code
AusschreibungNachweis mit der Offerte, meist mit FristZertifikat als Beilage zum Angebot
VertragsverhandlungZusicherung im Vertrag oder in der AnlageZertifikat und Verweis auf die Verifikationsseite
KundenauditBelege zu Löschung, Zweckbindung und UnterauftragnehmernZertifikat plus Ihre eigenen Prozessunterlagen

04: Inhalt

Was die Norm von einem Cloud-Anbieter verlangt

ISO 27018:2019 erweitert ISO 27001 um Datenschutzkontrollen für personenbezogene Daten (PII), die Sie als Auftragsverarbeiter in der Public Cloud halten. Sechs Anforderungen stehen im Zentrum.

Transparenz
Ihre Kunden wissen, wie und wo ihre Daten verarbeitet werden.
Zweckbindung
Sie verarbeiten die Daten nur für den Zweck, den der Kunde vorgibt.
Löschung und Rückgabe
Sie können Daten auf Verlangen zurückgeben und endgültig löschen.
Unterauftragnehmer
Wer in Ihrem Auftrag Daten verarbeitet, ist datenschutzkonform eingebunden.
Folgenabschätzung
Sie führen Datenschutz-Folgenabschätzungen durch, wo das Risiko es verlangt.
Meldung von Datenpannen
Ihre Kunden werden bei Verletzungen des Datenschutzes benachrichtigt.

05: Vorgehen

So reagieren Sie, wenn ein Kunde das Zertifikat verlangt

Meist läuft eine Frist. Diese Reihenfolge verhindert, dass Sie Zeit mit der falschen Frage verlieren.

  1. Anfrage genau lesen

    Verlangt der Kunde ein Zertifikat, einen Prüfbericht oder nur eine Auskunft? Notieren Sie die Frist und den Ansprechpartner im Einkauf.

  2. Geltungsbereich klären

    Legen Sie fest, welche Ihrer Dienste personenbezogene Daten als Auftragsverarbeiter verarbeiten. Nur diese gehören in die Bewertung.

  3. Selbstbewertung ausfüllen

    Beantworten Sie die Fragen mit Ihrem Datenschutz- oder IT-Verantwortlichen am Tisch. Die Antworten müssen zu Ihren tatsächlichen Abläufen passen.

  4. Zertifikat in die Antwort einsetzen

    Tragen Sie die Zertifikatsnummer im Fragebogen ein und legen Sie das PDF bei. Ihr Kunde kann es über den QR-Code prüfen.

Verlangt der Kunde ausdrücklich ein Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle, klären Sie das vor dem Start. Der Leitfaden vergleicht die beiden Wege.

06: Zertify

ISO 27018 mit Zertify in vier Stunden

Das Zertifikat von Zertify beruht auf einer Online-Selbstbewertung, ein Audit vor Ort entfällt. Sie beantworten 32 Ja/Nein-Fragen zu ISO 27018. Elf davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet sein. Bei den übrigen 21 Fragen braucht es mindestens 14 Ja-Antworten. Ausgestellt wird das Zertifikat von G6 Agency AG unter Lizenz von SICE, und SICE prüft jede Bewertung vor der Ausstellung. Nach bestandener Bewertung und Zahlung liegt es innert 4 Stunden vor. Jedes Zertifikat ist öffentlich über Nummer und QR-Code verifizierbar.

Das Zertifikat kostet 799 CHF (799 €) im ersten Jahr, danach 529 CHF (529 €) pro Jahr inklusive der jährlichen Online-Re-Audits. Es gilt 3 Jahre. Die Abrechnung läuft als automatisches Jahresabonnement, das Sie jederzeit im Kundenkonto auf das Ende des laufenden Jahres kündigen können. Mit der Kündigung endet das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein sind 8.1 % MwSt. enthalten. Zum Kauf brauchen Sie kein Konto.

Fragt Ihr Kunde auch nach ISO 27001, lohnt sich die Kombination: 20 % Rabatt bei zwei Normen, 30 % ab drei Normen, auch auf die jährliche Gebühr.

07: FAQ

Häufige Fragen zur ISO 27018 Pflicht

Der Kunde wartet auf Ihre Antwort

Prüfen Sie in der Selbstbewertung, ob Ihre Abläufe die Anforderungen von ISO 27018 erfüllen.

Kostenlos und ohne Registrierung.