ISO 22301 Business Continuity Management
ISO 22301 für Produktion: Zertifikat online erhalten
Fällt eine Anlage, ein Zulieferer oder das ERP aus, wollen Ihre Kunden wissen, ob Sie trotzdem liefern. ISO 22301 belegt, dass Sie dafür geprüfte Pläne haben. Bei Zertify beantworten Sie die Selbstbewertung online und erhalten das Zertifikat innert 4 Stunden nach Bestehen und Zahlung.
01: Nachfrage
Warum verlangen Kunden ISO 22301 von Produktionsbetrieben?
Ein Montagewerk mit getakteter Anlieferung stoppt das Band, wenn Ihr Bauteil fehlt. Deshalb fragen Einkaufsabteilungen von Industriekunden nach Notfallplänen, Ausweichstandorten und Wiederanlaufzeiten, bevor sie einen Lieferanten freigeben. Diese Fragen stehen in Lieferantenfragebögen, in Ausschreibungsunterlagen und in den Checklisten von Kundenaudits.
Ohne Nachweis beantworten Sie jede dieser Fragen einzeln und in Freitext. Mit einem Zertifikat nach ISO 22301:2019 verweisen Sie auf ein Dokument mit Nummer, das der Einkauf selbst prüfen kann. Das spart Rückfragen und hält Sie in Offertrunden im Rennen, in denen Business Continuity als Ausschlusskriterium gilt.
Die Norm beschreibt ein Business-Continuity-Managementsystem (BCMS). Der Betrieb kennt seine kritischen Tätigkeiten, begrenzt Ausfallzeiten und Datenverluste und übt seine Pläne. Das interessiert Kunden mehr als eine Absichtserklärung.
02: Risiken
Welche Störungen der Produktion deckt ISO 22301 ab?
Die Norm kennt keine Branchenliste. Sie verlangt, dass Sie die Störungen beurteilen, die Ihre eigene Fertigung treffen können. In einem Produktionsbetrieb sind das meist diese:
- Maschinenausfall
- Eine CNC-Linie oder Spritzgiessanlage steht still. Die Business Impact Analyse klärt, welche Aufträge zuerst weiterlaufen und ob Ersatzteile, Ausweichmaschinen oder Lohnfertiger bereitstehen.
- Lieferengpass
- Ein Rohstoff oder Bauteil kommt von nur einem Lieferanten. Die Strategie kann ein qualifizierter Zweitlieferant oder ein Sicherheitsbestand sein.
- Ausfall von ERP, MES oder Steuerung
- Aufträge, Stücklisten und Maschinenprogramme sind nicht mehr verfügbar. Dafür legen Sie Wiederanlaufzeit und Datenverlustgrenze fest und halten ein manuelles Notverfahren bereit.
- Brand oder Wasserschaden
- Halle, Lager oder Werkzeugbau fallen aus. Gesichert werden Formen, Werkzeuge und Prüfmittel, und es gibt einen Plan für einen Ausweichstandort.
- Personalausfall
- Eine Grippewelle oder Pandemie legt eine Schicht lahm. Stellvertretungen sind benannt, das Wissen der Einrichter und Instandhalter ist dokumentiert.
- Ausfall von Strom, Druckluft oder Kühlung
- Medien, die jede Anlage braucht, fehlen für Stunden. Der Plan regelt, was heruntergefahren wird, was weiterläuft und wer entscheidet.
03: Umsetzung
Wie erfüllt ein Produktionsbetrieb die Kernanforderungen?
Die folgende Tabelle ordnet die zentralen Anforderungen der Norm einem Beispiel aus dem Fertigungsalltag zu. Die Anforderungen zur Planung der Massnahmen und zum Betrieb stehen in den Kapiteln 6 und 8.
| Anforderung | Beispiel im Produktionsbetrieb |
|---|---|
| Business Impact Analyse mit priorisierten Tätigkeiten | Die Geschäftsleitung stuft ein, welche Produktlinien bei einem Stillstand zuerst wieder laufen müssen, etwa weil Rahmenverträge Konventionalstrafen vorsehen. |
| Wiederanlaufzeiten (RTO) und Datenverlustgrenzen (RPO) | Das MES muss innert vier Stunden wieder laufen, die Auftragsdaten dürfen höchstens eine Stunde alt sein. |
| Risiken von Störungen beurteilen und behandeln | Die Einzelquelle für ein Gussteil wird als Risiko erfasst und durch einen zweiten Lieferanten behandelt. |
| Strategien und Lösungen umsetzen | Ein Ersatzaggregat für die Druckluft ist installiert, Kernprogramme der Maschinen liegen offline gesichert vor. |
| Pläne und Krisenorganisation dokumentieren | Ein Krisenstab mit Werkleiter, Einkauf, IT und Instandhaltung hat Telefonliste und Entscheidungsbefugnisse schriftlich. |
| Pläne regelmässig üben und verbessern | Einmal pro Jahr wird ein Serverausfall durchgespielt, die Erkenntnisse fliessen in den Plan zurück. |
Die Übungen und die Auswertung gehören zu Kapitel 9, die laufende Verbesserung zu Kapitel 10.
04: Vorgehen
In welchen Schritten bereiten Sie sich vor?
Ein kleiner oder mittlerer Betrieb braucht dafür kein eigenes Projektbüro. Entscheidend ist die Reihenfolge.
Kritische Produkte und Prozesse bestimmen
Listen Sie auf, welche Aufträge und Kunden bei einem Stillstand am teuersten wären, und legen Sie die Reihenfolge des Wiederanlaufs fest.
Wiederanlaufzeit und Datenverlustgrenze festlegen
Für jede kritische Tätigkeit definieren Sie, wie lange sie stehen darf und wie viele Daten verloren gehen dürfen.
Lücken prüfen und Strategien wählen
Wo ein Ausfall länger dauern würde als erlaubt, entscheiden Sie sich für eine Lösung: Reserve, Zweitlieferant, Ausweichstandort.
Pläne und Krisenorganisation schreiben
Halten Sie fest, wer im Störfall was tut. Kurze Checklisten werden eher gelesen als ein dicker Ordner.
Einmal üben
Spielen Sie einen Fall durch, etwa den Ausfall des ERP. Notieren Sie, was nicht funktioniert hat, und passen Sie den Plan an.
Selbstbewertung ausfüllen
Sind die Punkte erledigt, beantworten Sie die Fragen ehrlich. Offene Punkte zeigt Ihnen das Ergebnis.
05: Zertify
Wie erhalten Sie das ISO-22301-Zertifikat bei Zertify?
Sie beantworten online 34 Ja-Nein-Fragen. 13 davon sind Muss-Fragen, die alle mit Ja beantwortet sein müssen. Von den übrigen 21 Fragen brauchen Sie mindestens 14 Ja-Antworten. Diese Fragen bilden die Kernpunkte der Bewertung ab, nicht jede einzelne Anforderung der Norm.
Zertify stellt das Zertifikat unter Lizenz von SICE aus. SICE prüft jede Bewertung, bevor das Zertifikat ausgestellt wird. Nach bestandener Bewertung und Zahlung liegt das Zertifikat innert 4 Stunden vor. Ein Vor-Ort-Audit gibt es nicht. Stattdessen bestätigen Sie die Zertifizierung jedes Jahr mit einem kurzen Online-Re-Audit.
Der Preis beträgt CHF 749 im ersten Jahr, danach CHF 499 pro Jahr inklusive Online-Re-Audit. Das Zertifikat gilt 3 Jahre. Die Verrechnung läuft als jährliches Abonnement, das Sie im Kundenkonto jederzeit auf das Ende des laufenden Jahres kündigen können. Dann endet das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein sind 8.1% MWST enthalten. Zum Kauf brauchen Sie kein Konto. Wenn Sie mehrere Normen zertifizieren, gibt es 20% Rabatt für 2 Normen und 30% ab 3 Normen, auch auf die jährliche Gebühr.
06: Nachweis
Wie weist Ihr Kunde das Zertifikat nach?
Jedes Zertifikat trägt eine Nummer und einen QR-Code auf dem PDF. Der Einkauf oder der Auditor Ihres Kunden scannt den Code oder gibt die Nummer auf der Verifikationsseite ein und sieht, ob das Zertifikat gültig ist. Sie müssen keine Kopien beglaubigen lassen.
Verlangt eine Ausschreibung ausdrücklich ein Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle, ist der klassische Weg die Alternative. Lesen Sie vorher in den Unterlagen nach, was der Kunde genau fordert. Ein Vergleich der Wege hilft bei der Entscheidung.
07: FAQ
Häufige Fragen zu ISO 22301 für Produktion
Gerade als Zulieferer wird nach Business Continuity gefragt, weil Ihr Ausfall die Produktion Ihres Kunden stoppt. Ob ein Zertifikat Pflicht ist, steht in den Unterlagen Ihres Kunden oder der Ausschreibung. Prüfen Sie dort nach, bevor Sie sich entscheiden.
Ja, die Fragen beziehen sich auf bestehende Analysen, Pläne und Übungen. Sie sollten die Business Impact Analyse, die Wiederanlaufzeiten und die dokumentierten Pläne vorliegen haben. Fehlt etwas, zeigt Ihnen das Ergebnis, wo nachzuarbeiten ist.
Nach bestandener Selbstbewertung und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innert 4 Stunden. SICE prüft jede Bewertung vor der Ausstellung. Die Vorbereitung im Betrieb ist der zeitaufwendigere Teil.
Bei Zertify kostet sie CHF 749 im ersten Jahr, danach CHF 499 pro Jahr inklusive Online-Re-Audit. Der Preis hängt nicht von der Zahl Ihrer Mitarbeitenden oder Standorte ab. Für mehrere Normen gibt es einen Mengenrabatt.
Das Zertifikat ist öffentlich prüfbar und wird jedes Jahr online bestätigt. Fordert ein Kunde einen bestimmten Zertifizierungsweg, etwa ein Audit vor Ort, klären Sie das vorab mit dem Einkauf. Die Anforderungen setzt am Ende der Kunde.
08: Leitfaden
Weiterführende Seiten
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