ISO 14001:2015 Umweltmanagement
ISO 14001 für Immobilien: Umweltmanagement belegen, ohne Audit vor Ort
ISO 14001 legt fest, wie ein Immobilienbetrieb seine Umweltauswirkungen ermittelt, steuert und Schritt für Schritt senkt. Das Zertifikat beantwortet die Frage im Lieferantenfragebogen und in der Ausschreibung. Bei Zertify beantworten Sie 34 Fragen online und erhalten das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden nach bestandener Selbstbewertung und Zahlung.
01: Nachfrage
Warum Auftraggeber von Immobilienfirmen ISO 14001 verlangen
Eine Liegenschaft verbraucht über Jahrzehnte Energie, Wasser und Material. Pensionskassen, institutionelle Anleger und Genossenschaften wollen darum wissen, ob ihre Bewirtschafter, Entwickler und Facility-Manager die Umweltseite des Geschäfts im Griff haben. Wer sich um ein Mandat bewirbt, findet die Frage nach einem Umweltmanagementsystem im Fragebogen der Einkaufsabteilung, bevor über den Preis gesprochen wird.
Bei Ausschreibungen für Bewirtschaftung, Unterhalt oder Generalunternehmerleistungen verlangt die Vergabestelle Nachweise, die sich prüfen lassen. Ein Zertifikat mit Nummer ersetzt dann drei Seiten Selbstdeklaration. Dazu kommt die Kette nach unten: Wer Handwerker, Reinigungsfirmen und Gartenbauer beauftragt, muss Umweltvorgaben weitergeben können und deren Einhaltung kontrollieren.
02: Umweltaspekte
Welche Umweltaspekte hat ein Immobilienbetrieb?
Die Norm beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Sie halten fest, wo Ihre Tätigkeiten die Umwelt berühren und was Sie davon beeinflussen können. Bei einer Immobilienfirma liegen diese Stellen im Portfolio, auf der Baustelle und im Büro. Fünf Begriffe tragen die Arbeit:
- Umweltaspekt
- Eine Tätigkeit oder Anlage mit Umweltbezug. Beispiele: der Heizbetrieb eines Mehrfamilienhauses, die Kälteanlage eines Bürogebäudes, der Bauschutt einer Sanierung.
- Umweltauswirkung
- Die Veränderung der Umwelt, die daraus folgt. Beispiele: CO2-Ausstoss der Ölheizung, Wasserverbrauch der Gartenbewässerung, Deponiemenge nach einem Rückbau.
- Bindende Verpflichtung
- Eine Vorgabe, die Sie einhalten müssen. Beispiele: Auflagen aus einer Baubewilligung, Kontrollpflichten für Tankanlagen, Bedingungen von Eigentümern im Bewirtschaftungsvertrag.
- Umweltziel
- Ein messbares Vorhaben mit Frist. Beispiel: den Heizenergieverbrauch der verwalteten Liegenschaften bis Ende des übernächsten Jahres um einen festgelegten Wert senken.
- Notfallvorsorge
- Ein geübter Ablauf für Umweltvorfälle. Beispiele: Ölleckage im Tankraum, Wasserschaden in der Tiefgarage, Löschwasser nach einem Brand.
Schadstoffe in Altbauten gehören ebenfalls auf die Liste, sobald Sie umbauen oder rückbauen. Wer sie vor Baubeginn erfasst, vermeidet teure Überraschungen bei der Entsorgung.
03: Anforderungen
Wie eine Immobilienfirma die Kernanforderungen erfüllt
Die Anforderungen sind für alle Branchen gleich, der Nachweis sieht in jeder Branche anders aus. Die Tabelle zeigt, was in einem Betrieb mit Bewirtschaftung, Projektentwicklung und Unterhalt als Beleg taugt. Planung und Betrieb stehen in Kapitel 6 und 8 der Norm, die Überwachung in Kapitel 9.
| Anforderung | Beispiel aus dem Immobilienalltag | Nachweis |
|---|---|---|
| Umweltaspekte ermitteln | Heizung, Kälte, Wasser, Abfall und Fahrten je Liegenschaft und Baustelle bewerten | Aspektliste mit Bewertung |
| Bindende Verpflichtungen erfassen | Baubewilligungen, Tankkontrollen und Eigentümervorgaben in einem Register führen | Rechtsregister mit Verantwortlichen |
| Umweltpolitik festlegen | Die Geschäftsleitung verpflichtet sich zu Verbesserung und zur Einhaltung der Vorgaben | Unterzeichnete Politik, den Teams bekannt |
| Ziele und Massnahmen planen | Ersatz einer Ölheizung, Verbrauchserfassung pro Gebäude, Trennkonzept auf der Baustelle | Zielliste mit Frist und Zuständigkeit |
| Notfallvorsorge einrichten | Ablauf bei Ölleckage oder Wasserschaden, Alarmliste für Hauswarte | Notfallplan, Protokoll der Übung |
| Umweltleistung überwachen | Jährliche Auswertung von Energie-, Wasser- und Abfallzahlen je Objekt | Kennzahlenbericht, Management-Review |
04: Umsetzung
Umsetzung im Betrieb: fünf Schritte
Die Norm gehört in die Geschäftsleitung. Ein Umweltmanagementsystem, das nur bei einer Person im Facility Management liegt, scheitert bei der ersten Investitionsentscheidung. Die folgenden Schritte funktionieren auch in einem Betrieb mit zwanzig Mitarbeitenden.
Anwendungsbereich festlegen
Entscheiden Sie, welche Tätigkeiten und Standorte erfasst sind, etwa Bewirtschaftung und Unterhalt, aber nicht die Mieterbetriebe in den Gebäuden.
Aspekte und Verpflichtungen sammeln
Gehen Sie das Portfolio objektweise durch: Heizart, Tankanlagen, Kälteanlagen, laufende Baustellen, Bewilligungen.
Politik und Ziele beschliessen
Die Geschäftsleitung setzt zwei bis drei Ziele mit Frist und Verantwortlichen. Mehr verwässert die Umsetzung.
Unterlieferanten einbinden
Nehmen Sie Umweltvorgaben in Werkverträge und Bestellungen auf: Abfalltrennung, Umgang mit Reinigungsmitteln, Meldung von Vorfällen.
Messen und jährlich bewerten
Erfassen Sie Verbräuche pro Objekt und besprechen Sie die Zahlen einmal im Jahr in der Geschäftsleitung.
05: Zertify
ISO 14001 für Immobilien mit Zertify erhalten
Zertify prüft Ihr Umweltmanagement per Online-Selbstbewertung. Es gibt keinen Audit vor Ort. Die Bewertung umfasst 34 Ja-Nein-Fragen. 14 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Von den übrigen 20 Fragen brauchen Sie mindestens 14 Ja-Antworten. Jede Bewertung prüft SICE, bevor das Zertifikat erscheint. Ausgestellt wird es von der G6 Agency AG unter Lizenz von SICE.
Das Zertifikat kostet 699 CHF (699 €) im ersten Jahr, danach 469 CHF (469 €) pro Jahr inklusive der jährlichen Online-Rezertifizierung. Es gilt 3 Jahre. Die Verrechnung läuft als automatisches Jahresabo, das Sie im Kundenkonto jederzeit auf das Ende des laufenden Jahres kündigen können; danach endet das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein enthalten die Preise 8.1% MWST. Ein Konto brauchen Sie für den Kauf nicht. Zertifizieren Sie zwei Normen, sinken die Preise um 20%, bei drei oder mehr um 30%, auch bei der Jahresgebühr.
Jedes Zertifikat lässt sich öffentlich prüfen. Ihr Kunde scannt den QR-Code auf dem PDF oder gibt die Zertifikatsnummer auf der Verifizierungsseite ein. Wer zuerst die Kosten und Unterschiede zum klassischen Weg mit Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle vergleichen will, findet beides in den Leitfäden.
06: FAQ
Häufige Fragen zu ISO 14001 für Immobilien
07: Leitfaden
Weiterführende Seiten
Prüfen Sie, ob Ihr Umweltmanagement bereit ist
Die Selbstbewertung zeigt in einer Sitzung, welche der 34 Fragen Sie bereits mit Ja beantworten.
Kostenlos und ohne Registrierung.