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IT-Service-Management

ISO 20000-1 Checkliste: Wo steht Ihr Service-Management-System?

Diese Checkliste gliedert die Anforderungen der ISO 20000-1:2018 nach den Klauseln 4 bis 10. Zu jedem Punkt steht, welchen Nachweis ein IT-Dienstleister meist schon besitzt. Wer die Punkte beantworten kann, ist bereit für die Selbstbewertung.

01: Aufbau

ISO 20000-1 Checkliste nach Klauseln gegliedert

Die Klauseln 1 bis 3 der Norm klären Anwendungsbereich, Verweise und Begriffe. Prüfbar wird die Norm ab Klausel 4. Die Checkliste folgt deshalb den Klauseln 4 bis 10, die dem üblichen Aufbau aller ISO-Managementsystemnormen entsprechen.

Ein Punkt gilt als erfüllt, wenn Sie ihn mit einem konkreten Nachweis belegen können: einem Dokument, einem Protokoll, einem Bericht oder einem Eintrag in Ihrem Ticketsystem. Eine mündliche Zusage genügt nicht.

Klauseln der ISO 20000-1:2018 und gängige Nachweise
KlauselThemaGängiger Nachweis
4Kontext der OrganisationGeltungsbereich, Liste der interessierten Parteien
5FührungUnterzeichnete Politik, Rollenbeschreibungen
6PlanungRisikoregister, Ziele mit Kennzahlen
7UnterstützungSchulungsnachweise, gelenkte Dokumente, Knowledge Base
8BetriebServicekatalog, SLAs, Tickets, Change-Protokolle
9Bewertung der LeistungService-Reports, Auditbericht, Managementbewertung
10VerbesserungMassnahmenliste, Verbesserungsregister

02: Klauseln 4 und 5

Kontext und Führung: Was die Geschäftsleitung vorlegen muss

Diese beiden Klauseln sind schnell geprüft, werden aber oft zuletzt bearbeitet. Ohne sie fehlt dem Rest des Systems der Rahmen.

  1. Geltungsbereich festgelegt

    Ein Dokument nennt die Services, Standorte und Teams, die das Service-Management-System umfasst. Meist reicht eine Seite.

  2. Interessierte Parteien erfasst

    Eine Liste führt Kunden, Lieferanten und weitere Stellen mit ihren Anforderungen auf, etwa aus Verträgen oder Ausschreibungen.

  3. Service-Management-Politik vorhanden

    Die Geschäftsleitung hat eine Politik mit Zielen unterzeichnet und intern bekannt gemacht.

  4. Rollen zugewiesen

    Organigramm und Rollenbeschreibungen zeigen, wer für das System und wer für einzelne Services verantwortlich ist, zum Beispiel als Service Owner.

  5. Ressourcen freigegeben

    Budget- oder Projektentscheide und Sitzungsprotokolle belegen, dass die Leitung das System trägt.

03: Klauseln 6 und 7

Planung und Unterstützung: Risiken, Kompetenz, Dokumentation

Hier zeigt sich, ob das System geplant ist oder nur gewachsen. Viele Anbieter haben die Inhalte, aber nicht schriftlich festgehalten.

  1. Risiken und Chancen bewertet

    Ein Risikoregister enthält Risiken für Ihre Services samt Massnahmen und Verantwortlichen.

  2. Ziele messbar formuliert

    Servicemanagement-Ziele sind mit Kennzahlen hinterlegt, etwa Reaktionszeit oder Verfügbarkeit.

  3. Kompetenz nachweisbar

    Stellenprofile, Schulungsnachweise oder Zertifikate Ihrer Mitarbeitenden belegen, dass die Aufgaben fachlich abgedeckt sind.

  4. Dokumente gelenkt

    Richtlinien und Prozesse liegen in einem Wiki oder Dokumentenmanagementsystem mit Version, Freigabe und Änderungshistorie.

  5. Wissen verfügbar

    Eine Knowledge Base mit Lösungsartikeln für den Support ist gepflegt und wird genutzt.

04: Klausel 8

Betrieb: Die Punkte, die im Alltag am meisten Aufwand verursachen

Klausel 8 ist der Kern der ISO 20000-1. Hier liegt auch Ihr bestehendes Ticketsystem im Vorteil: Ein Grossteil der Nachweise entsteht im Tagesgeschäft.

Servicekatalog und Portfolio
Nachweis: ein aktueller Katalog mit Beschreibung, Leistungsumfang und Verantwortlichem je Service.
Service Level Agreements
Nachweis: unterzeichnete SLAs oder Vertragsanhänge mit Zielwerten, dazu der Report, der deren Einhaltung zeigt.
Incident-Management
Nachweis: Tickets mit Priorisierung, Eskalation und Abschluss sowie ein dokumentierter Ablauf für Störungen.
Problem-Management
Nachweis: Problemtickets mit Ursachenanalyse und Verknüpfung zu den zugehörigen Incidents.
Change- und Release-Management
Nachweis: Change-Anträge mit Risikobewertung, Genehmigung und Rückfallplan, dazu ein Releaseplan.
Kapazität und Verfügbarkeit
Nachweis: Monitoring-Auswertungen, Kapazitätsplanung und Verfügbarkeitszahlen je Service.
Kontinuität und Informationssicherheit
Nachweis: Notfall- und Wiederanlaufpläne mit Testprotokoll sowie Sicherheitsrichtlinien für den Servicebetrieb.
Lieferanten und Konfiguration
Nachweis: Verträge mit Unterlieferanten, deren Bewertung und eine gepflegte Konfigurationsdatenbank.

05: Klauseln 9 und 10

Bewertung und Verbesserung: Beweisen, dass das System lebt

Ein System, das nur beschrieben ist, besteht diesen Teil nicht. Gefragt sind Belege für Prüfungen und Folgemassnahmen.

  1. Überwachung und Messung

    Regelmässige Service-Reports zeigen die Kennzahlen und deren Entwicklung.

  2. Internes Audit durchgeführt

    Ein Auditprogramm, ein Auditbericht und die Feststellungen liegen vor. Die prüfende Person ist vom geprüften Bereich unabhängig.

  3. Managementbewertung protokolliert

    Die Geschäftsleitung hat Ergebnisse, Risiken und Kundenfeedback besprochen und Entscheide festgehalten.

  4. Abweichungen behandelt

    Eine Massnahmenliste zeigt Ursache, Korrektur und Wirksamkeitsprüfung je Abweichung.

  5. Verbesserungen verfolgt

    Ein Verbesserungsregister führt Ideen aus Service-Reviews und Kundengesprächen mit Status und Termin.

06: Mit Zertify

Vom Checklistenstand zum Zertifikat

Die Selbstbewertung von Zertify stellt 36 Ja-Nein-Fragen zur ISO 20000-1. 13 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Bei den übrigen 23 Fragen sind mindestens 16 Ja-Antworten nötig. Ihre Checkliste liefert die Antworten.

Nach bestandener Bewertung und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden. Es wird von der G6 Agency AG unter Lizenz des SICE ausgestellt, das SICE prüft jede Bewertung vor der Ausstellung. Kunden und Einkaufsabteilungen prüfen das Zertifikat öffentlich über Nummer oder QR-Code auf dem PDF.

Der Preis beträgt 799 CHF (799 €) im ersten Jahr, danach 529 CHF (529 €) pro Jahr inklusive jährlichem Online-Re-Audit. Das Zertifikat gilt 3 Jahre.

07: FAQ

Fragen zur ISO 20000-1 Checkliste

Wissen, wo Sie stehen

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