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Checkliste Arbeitsschutz

ISO 45001 Checkliste: Ist Ihr Betrieb bereit?

Diese Checkliste folgt den Kapiteln 4 bis 10 der Norm. Zu jedem Punkt steht, welchen Nachweis ein Betrieb vorlegen kann. So sehen Sie vor der Zertifizierung, wo noch etwas fehlt.

01: Aufbau

Wie ist die ISO 45001 Checkliste aufgebaut?

ISO 45001:2018 folgt der gemeinsamen Struktur der ISO-Managementnormen. Die Kapitel 1 bis 3 enthalten Einleitung und Begriffe. Die Anforderungen stehen in den Kapiteln 4 bis 10, und genau danach ist die Liste gegliedert.

Ein Punkt gilt als erfüllt, wenn Sie ihn belegen können. Dass der Betriebsleiter die Regel kennt, genügt nicht. Gefragt sind ein Dokument, eine Aufzeichnung oder eine Auswertung, die zeigt, dass die Regel gilt und gelebt wird. In einem kleinen Betrieb kann das ein einseitiges Papier oder ein Sitzungsprotokoll sein.

02: Kapitel 4 und 5

Kontext und Führung: Was die Geschäftsleitung belegen muss

Bei ISO 45001 beginnt der Arbeitsschutz bei der Geschäftsleitung. Die ersten fünf Punkte zeigen, ob sie das Thema trägt und ob die Mitarbeitenden einbezogen sind.

  1. Kontext und Beteiligte geklärt (4.1, 4.2)

    Sie wissen, welche internen und externen Themen die Sicherheit beeinflussen und was Mitarbeitende, Behörden, Versicherer und Kunden von Ihnen erwarten. Nachweis: eine kurze Übersicht oder ein Protokoll der Besprechung.

  2. Geltungsbereich festgelegt (4.3)

    Standorte, Tätigkeiten und Personengruppen sind benannt, auch Temporärpersonal und Fremdfirmen auf Ihrem Gelände. Nachweis: ein Kurzbeschrieb des Geltungsbereichs.

  3. Arbeitsschutzpolitik in Kraft (5.2)

    Die Politik enthält die Verpflichtung zur Prävention und ist von der Geschäftsleitung unterzeichnet. Nachweis: das unterzeichnete Dokument und ein Aushang oder eine Ablage, die den Mitarbeitenden zugänglich ist.

  4. Rollen und Verantwortung zugewiesen (5.3)

    Es ist klar, wer für welchen Bereich des Arbeitsschutzes zuständig ist. Nachweis: Organigramm, Stellenbeschriebe oder die schriftliche Ernennung der Sicherheitsverantwortlichen.

  5. Mitarbeitende angehört und beteiligt (5.4)

    Es gibt einen festen Weg, auf dem Mitarbeitende Gefahren melden und bei Entscheiden mitreden. Nachweis: Sitzungsprotokolle, Meldungen aus dem Team, Begehungen gemeinsam mit den Mitarbeitenden.

03: Kapitel 6 und 7

Planung und Unterstützung: Gefährdungen, Ziele, Kompetenz

Hier liegt das Herzstück der Norm. Wer seine Gefährdungen nicht kennt, kann sie auch nicht steuern.

  1. Gefährdungen ermittelt und beurteilt (6.1.2)

    Für jede Tätigkeit und jeden Arbeitsplatz sind Gefahren erfasst und nach Schwere und Wahrscheinlichkeit bewertet. Nachweis: Gefährdungsbeurteilung und Begehungsprotokolle.

  2. Rechtliche Anforderungen bekannt (6.1.3)

    Sie wissen, welche gesetzlichen und anderen Vorgaben für Ihren Betrieb gelten, und jemand hält die Liste aktuell. Nachweis: ein Rechtsregister mit Verantwortlichem und Datum der letzten Prüfung.

  3. Ziele festgelegt (6.2)

    Ihre Arbeitsschutzziele sind messbar, haben einen Termin und eine verantwortliche Person. Nachweis: Zielliste mit Stand der Umsetzung.

  4. Kompetenz und Bewusstsein gesichert (7.2, 7.3)

    Mitarbeitende sind für ihre Aufgaben geschult und kennen die Politik und die Folgen von Abweichungen. Nachweis: Schulungsnachweise, Unterweisungslisten, Einführungsprogramm für neue Mitarbeitende.

  5. Kommunikation und Dokumentation geregelt (7.4, 7.5)

    Es steht fest, wer wen worüber informiert, und Dokumente haben einen klaren Versionsstand. Nachweis: Kommunikationsübersicht und eine geordnete Ablage.

04: Kapitel 8 bis 10

Betrieb, Bewertung und Verbesserung: Was im Alltag sichtbar ist

Ab Kapitel 8 geht es um die Praxis. Die folgenden Punkte zeigen, ob die Planung auf dem Werkplatz ankommt.

  1. Rangfolge der Schutzmassnahmen angewendet (8.1.2)

    Sie prüfen zuerst, ob sich eine Gefahr beseitigen oder ersetzen lässt, dann technische und organisatorische Massnahmen, zuletzt persönliche Schutzausrüstung. Nachweis: Massnahmenliste je Gefährdung mit Begründung.

  2. Änderungen, Beschaffung und Fremdfirmen gesteuert (8.1.3, 8.1.4)

    Neue Maschinen, Stoffe oder Abläufe werden vor der Einführung auf Risiken geprüft, Fremdfirmen werden eingewiesen. Nachweis: Freigaben, Einweisungsprotokolle.

  3. Notfallvorsorge geplant (8.2)

    Alarmablauf, Erste Hilfe und Evakuierung sind festgelegt und werden geübt. Nachweis: Notfallkonzept und Übungsprotokoll.

  4. Leistung überwacht (9.1)

    Sie werten Unfälle, Beinaheunfälle und die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben aus. Nachweis: Kennzahlen mit Datum und Auswertung.

  5. Internes Audit und Managementbewertung durchgeführt (9.2, 9.3)

    Jemand prüft das System intern, und die Geschäftsleitung bewertet das Ergebnis. Nachweis: Auditbericht und Protokoll der Bewertung.

  6. Vorfälle untersucht, Verbesserungen abgeleitet (10.2, 10.3)

    Nach einem Vorfall klären Sie die Ursache und legen Massnahmen fest, deren Umsetzung jemand verfolgt. Nachweis: Vorfallsmeldung, Untersuchungsbericht, Massnahmenverfolgung.

05: Nachweise

Was zählt als Nachweis: Dokument, Aufzeichnung oder Auswertung?

Die Norm unterscheidet zwischen Dokumenten, die Sie pflegen, und Aufzeichnungen, die als Beleg entstehen. Die Tabelle ordnet die Beispiele aus der Checkliste zu.

Nachweisarten mit Beispielen aus der Checkliste
NachweisartBeispieleKapitel
DokumentArbeitsschutzpolitik, Notfallkonzept, Rechtsregister, Zielliste5, 6, 8
AufzeichnungSchulungsnachweis, Begehungsprotokoll, Vorfallsmeldung6, 7, 10
AuswertungUnfallkennzahlen, Auditbericht, Managementbewertung9
Gespräch vor OrtMitarbeitende kennen den Alarmablauf und wissen, wie sie Gefahren melden5, 8

Fehlt ein Nachweis, ist das selten ein grosses Problem. Meist existiert die Praxis, nur nicht das Papier dazu. Dann genügt es, die Regel kurz festzuhalten und ab sofort Protokolle zu führen.

06: Zertify

Wie passt Zertify zur ISO 45001 Checkliste?

Die Checkliste zeigt Ihnen den Stand. Das Self-Assessment von Zertify macht daraus ein Zertifikat. Es besteht aus 34 Ja/Nein-Fragen. 14 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Von den übrigen 20 Fragen brauchen Sie mindestens 14 Ja-Antworten.

Es findet kein Audit vor Ort statt. G6 Agency AG stellt das Zertifikat unter Lizenz von SICE aus, und SICE prüft jedes Assessment, bevor es ausgestellt wird. Nach bestandenem Assessment und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden. Es trägt eine Nummer und einen QR-Code, über die Einkaufsabteilungen und Kunden es auf der öffentlichen Prüfseite verifizieren.

Die Kosten betragen 699 CHF (699 €) im ersten Jahr, danach 469 CHF (469 €) pro Jahr inklusive jährlichem Online-Re-Audit. Das Zertifikat gilt 3 Jahre. Den klassischen Weg mit Vor-Ort-Audit durch eine Zertifizierungsstelle finden Sie im Vergleich der Wege.

07: FAQ

Häufige Fragen zur ISO 45001 Checkliste

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