ISO 45001:2018 Arbeitsschutzmanagement
ISO 45001 Pflicht: Wann Sie das Zertifikat brauchen
ISO 45001 ist keine allgemeine Pflicht, die Zertifizierung ist freiwillig. Verbindlich wird sie dort, wo ein Kunde, ein Rahmenvertrag oder eine Ausschreibung das Zertifikat als Bedingung nennt. Dann zählt vor allem, wie schnell Sie es vorlegen können.
01: Rechtslage
Ist ISO 45001 gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. ISO 45001 ist eine internationale Norm für Managementsysteme zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Kein Betrieb muss sich danach zertifizieren lassen, nur weil er Mitarbeitende beschäftigt.
Vom Zertifikat zu unterscheiden ist der Arbeitsschutz selbst. Die Pflichten des Arbeitgebers ergeben sich aus dem nationalen Recht und gelten mit oder ohne Zertifikat. Das Zertifikat ersetzt sie nicht. Es belegt, dass Sie den Arbeitsschutz als Managementsystem führen: mit Gefährdungsbeurteilung, Zuständigkeiten und Nachverfolgung von Vorfällen.
02: Faktische Pflicht
Wann ISO 45001 trotzdem verlangt wird
Die Pflicht entsteht selten durch ein Gesetz, meistens durch einen Vertrag. Vier Situationen kommen in Betrieben mit körperlichen Gefährdungen immer wieder vor.
- Lieferantenfragebogen
- Der Einkauf eines grösseren Kunden fragt nach einem Zertifikat nach ISO 45001. Ohne Nachweis bleibt Ihr Lieferantenstatus ungeklärt.
- Ausschreibung
- Das Zertifikat steht als Eignungsnachweis in den Unterlagen oder bringt Punkte in der Bewertung. Fehlt es, kann die Offerte ausscheiden oder Punkte verlieren.
- Vorgaben an Subunternehmer
- Auftraggeber auf Baustellen, Werkarealen und in Logistikzentren geben ihre Arbeitsschutzanforderungen an Unterlieferanten weiter. Das Zertifikat ist die kürzeste Antwort darauf.
- Kundenaudit
- Auditoren des Kunden fragen nach Arbeitsschutzpolitik, Gefährdungsbeurteilung und Notfallplanung. Ein Zertifikat beantwortet einen Teil dieser Fragen schon vor dem Termin.
03: Anforderungen
Was Kunden hinter dem Zertifikat prüfen wollen
Wer ISO 45001 verlangt, will wissen, ob Ihr Arbeitsschutz geführt wird und nicht erst nach dem Unfall reagiert. Die folgende Tabelle ordnet die sechs Kernanforderungen den Fragen zu, die in Kundenfragebogen üblich sind.
| Anforderung | Typische Kundenfrage | Kapitel der Norm |
|---|---|---|
| Arbeitsschutzpolitik festlegen | Gibt es eine schriftliche Politik der Geschäftsleitung? | 5 Führung |
| Mitarbeitende anhören und beteiligen | Wie werden Mitarbeitende in Sicherheitsfragen einbezogen? | 5 Führung |
| Gefährdungen ermitteln und beurteilen | Sind Gefährdungen je Arbeitsplatz dokumentiert? | 6 Planung |
| Rangfolge der Schutzmassnahmen anwenden | Wird zuerst die Gefahr beseitigt, bevor Schutzausrüstung zum Einsatz kommt? | 8 Betrieb |
| Notfallvorsorge und Notfallreaktion planen | Gibt es Notfallpläne, und wird geübt? | 8 Betrieb |
| Vorfälle untersuchen und Massnahmen ableiten | Wie werden Unfälle und Beinaheunfälle ausgewertet? | 10 Verbesserung |
04: Kunde fragt an
Zertifikat vorlegen, wenn der Kunde es verlangt
Meist kommt die Anfrage mit einer Frist. Sie vermeiden Hektik, wenn Sie in dieser Reihenfolge vorgehen.
Anforderung genau lesen
Prüfen Sie, ob der Kunde ein Zertifikat nach ISO 45001 verlangt oder nur Nachweise zum Arbeitsschutz. Das sind zwei verschiedene Anfragen.
Akzeptierten Nachweis klären
Fragen Sie beim Einkauf nach, welche Art von Zertifikat genügt. Einzelne Kunden verlangen ausdrücklich ein Audit vor Ort.
Selbstbeurteilung durchführen
Beantworten Sie die Fragen zu Ihrem Betrieb. Sie sehen sofort, welche Anforderungen schon erfüllt sind und wo etwas fehlt.
Zertifikat samt Prüfseite weitergeben
Schicken Sie dem Kunden das PDF. Der QR-Code darauf führt zur öffentlichen Prüfseite, auf der das Zertifikat mit Nummer bestätigt wird.
05: Mit Zertify
So kommen Sie mit Zertify zum Zertifikat
Die Selbstbeurteilung umfasst 34 Ja/Nein-Fragen zu ISO 45001. 14 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Von den übrigen 20 Fragen brauchen Sie mindestens 14 Ja. Bestanden ist die Beurteilung erst mit beidem. SICE prüft jede Beurteilung, bevor das Zertifikat ausgestellt wird. Ausgestellt wird es von der G6 Agency AG im Rahmen einer Lizenz von SICE.
Nach bestandener Beurteilung und Zahlung liegt das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden vor. Es kostet 699 CHF (699 €) im ersten Jahr, danach 469 CHF (469 €) pro Jahr inklusive der jährlichen Online-Rezertifizierung. Das Zertifikat gilt 3 Jahre. Die Preise enthalten 8.1 % Schweizer MwSt. für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein. Für den Kauf brauchen Sie kein Konto.
Das Abonnement verlängert sich jährlich automatisch. Sie können es jederzeit im Kundenkonto auf das Ende des laufenden Jahres kündigen, das Zertifikat endet dann mit dem bezahlten Jahr. Bei zwei Normen gewähren wir 20 % Rabatt, ab drei Normen 30 %, auch auf die jährliche Gebühr.
06: Wer betroffen ist
Für welche Betriebe sich die Frage stellt
Am häufigsten fragen Betriebe an, deren Mitarbeitende körperlichen Gefährdungen ausgesetzt sind. Dazu gehören die produzierende Industrie und die Fertigung, das Baugewerbe und das Handwerk, Logistik und Transport, die chemische Industrie und das Gesundheitswesen.
Für Büro- und Dienstleistungsbetriebe ohne besondere Gefährdungen kommt die Anfrage seltener. Sie taucht dort auf, wenn ein Kunde sie in seine Lieferantenrichtlinie schreibt. Wer bereits nach ISO 9001 oder ISO 14001 arbeitet, kennt den Aufbau der Norm und kann vieles aus dem bestehenden System übernehmen.
07: FAQ
Häufige Fragen zur ISO-45001-Pflicht
08: Leitfaden
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