ISO 45001 Arbeitsschutz
ISO 45001 für Energiebranche: Arbeitsschutz belegen
Netzbetreiber, Installationsbetriebe und Anlagenbauer werden in Lieferantenfragebögen und Ausschreibungen nach ihrem Arbeitsschutz gefragt. ISO 45001 belegt, dass Ihr Betrieb Gefährdungen systematisch ermittelt und steuert. Mit Zertify beantworten Sie 34 Fragen online und erhalten das Zertifikat innert 4 Stunden nach bestandener Beurteilung und Zahlung.
01: Nachfrage
Warum Auftraggeber in der Energiebranche ISO 45001 verlangen
Wer für einen Energieversorger, eine Gemeinde oder einen Generalunternehmer arbeitet, bewegt sich auf fremdem Gelände und an Anlagen, die unter Spannung oder unter Druck stehen. Geht dort etwas schief, trifft es zuerst die Menschen vor Ort, danach den Auftraggeber. Deshalb will der Einkauf vorab wissen, wie ein Betrieb mit Gefährdungen umgeht.
Das zeigt sich im Lieferantenfragebogen, in den Eignungskriterien einer Ausschreibung oder im Kundenaudit. Ein ISO-45001-Zertifikat beantwortet die Frage nach dem Arbeitsschutzmanagement in einem Dokument. Der Einkauf prüft es über die Zertifikatsnummer oder den QR-Code auf dem PDF, ohne bei Ihnen nachzufragen.
Auch für Ihren eigenen Betrieb zählt das. Ein Montageunternehmen mit zwanzig Mitarbeitenden hat dieselben Pflichten gegenüber seinen Leuten wie ein Konzern. Die Norm gibt Ihnen eine Struktur, damit Zuständigkeiten, Gefährdungsbeurteilungen und Notfallpläne nicht an einer einzelnen Person hängen.
02: Risiken
Welche Gefährdungen der Energiebranche ISO 45001 abdeckt
Die Norm schreibt keine technischen Schutzmassnahmen vor. Sie verlangt, dass Sie Ihre Gefährdungen kennen, bewerten und mit passenden Massnahmen steuern. Für Betriebe der Energiebranche sind das typischerweise diese Bereiche:
- Arbeiten an elektrischen Anlagen
- Schaltanlagen, Trafostationen und Verteilnetze. Die Gefährdungsbeurteilung hält fest, wer welche Arbeiten ausführen darf und wie Anlagen freigeschaltet und gesichert werden.
- Arbeiten in der Höhe
- Dachmontage von Solaranlagen, Mastarbeiten, Turmbesteigung bei Windenergieanlagen. Relevant sind Absturzsicherung, Rettungskonzept und Schulung.
- Enge Räume und Schächte
- Kabelschächte, Tanks, Kanäle. Das Betriebsverfahren regelt Freigabe, Gasmessung und Überwachung von aussen.
- Gefahrstoffe und Gase
- Brennstoffe, Isoliergase, Batteriesysteme. Erfasst werden Lagerung, Kennzeichnung und das Verhalten bei Leckagen oder Bränden.
- Alleinarbeit und Pikettdienst
- Störungsbehebung nachts oder abgelegen. Sie legen fest, wie Einzelne erreichbar bleiben und wer bei Ausfall Hilfe auslöst.
- Fremdfirmen und Subunternehmer
- Auf Baustellen und in Kraftwerken arbeiten mehrere Firmen nebeneinander. Die Norm verlangt, dass Sie Gefährdungen abstimmen, die sich aus dieser Gleichzeitigkeit ergeben.
03: Umsetzung
So erfüllt ein Energiebetrieb die Kernanforderungen
Die sechs Kernanforderungen lassen sich in der Praxis meist mit Unterlagen belegen, die in einem sorgfältig geführten Betrieb schon existieren. Die Tabelle zeigt, wie das für Betriebe der Energiebranche aussehen kann.
| Anforderung | Beispiel im Energiebetrieb | Kapitel |
|---|---|---|
| Gefährdungen ermitteln und beurteilen | Je Einsatzart (Freileitung, Trafostation, Dachanlage) eine dokumentierte Gefährdungsliste mit Bewertung und Verantwortlichem | 6 Planung |
| Arbeitsschutzpolitik festlegen | Eine Seite der Geschäftsleitung mit Verpflichtung zur Prävention, ausgehängt im Werkhof und bei den Montageteams | 5 Führung |
| Mitarbeitende anhören und beteiligen | Monteure melden Beinaheunfälle und wirken bei der Überarbeitung der Arbeitsanweisungen mit | 5 Führung |
| Rangfolge der Schutzmassnahmen anwenden | Zuerst Gefahr beseitigen oder Freischalten, dann technische Massnahmen, erst zuletzt persönliche Schutzausrüstung | 8 Betrieb |
| Notfallvorsorge planen | Rettungskonzept für Höhenarbeiten, Alarmierungsablauf für Störungseinsätze, geübte Erste Hilfe | 8 Betrieb |
| Vorfälle untersuchen | Jeder Unfall und Beinaheunfall wird erfasst, die Ursache geklärt und eine Massnahme mit Frist festgelegt | 10 Verbesserung |
04: Zertify
ISO 45001 mit Zertify: Selbstbeurteilung statt Vor-Ort-Audit
Bei Zertify beantworten Sie 34 Ja-Nein-Fragen zu Ihrem Arbeitsschutzmanagement. 14 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Von den übrigen 20 Fragen müssen mindestens 14 mit Ja ausfallen. Die Beurteilung ist kostenlos und ohne Registrierung.
Das Zertifikat stellt die G6 Agency AG im Rahmen einer Lizenz von SICE (Swiss Institute of Certification and Education) aus. SICE prüft jede Beurteilung, bevor das Zertifikat ausgestellt wird. Es gibt keinen Audittermin auf Ihrem Gelände. Nach bestandener Beurteilung und Zahlung liegt das Zertifikat innert 4 Stunden vor.
Im ersten Jahr zahlen Sie 699 CHF (699 €), danach 469 CHF (469 €) pro Jahr, inklusive der jährlichen kurzen Online-Rezertifizierung. Das Zertifikat gilt 3 Jahre. Das Abonnement verlängert sich jährlich und lässt sich im Kundenkonto jederzeit auf das Ende des laufenden Jahres kündigen. Dann endet auch das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Wer zwei Normen zertifiziert, erhält 20 % Rabatt, ab drei Normen 30 %, auch auf die jährliche Gebühr. Für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein sind 8,1 % Mehrwertsteuer enthalten.
Jedes Zertifikat ist öffentlich über Nummer und QR-Code prüfbar. Das hilft, wenn ein Auftraggeber den Nachweis selbst kontrollieren will.
05: Vorbereitung
Was Sie vor der Selbstbeurteilung bereitlegen
Die Fragen lassen sich in rund einer Sitzung beantworten, wenn die Unterlagen griffbereit sind. Diese Punkte klären Sie am besten vorher:
Gefährdungsbeurteilungen
Liegen sie für Ihre Hauptarbeiten schriftlich vor, und sind sie aktuell? Fehlt etwas, erstellen Sie es zuerst.
Politik und Zuständigkeiten
Hat die Geschäftsleitung die Arbeitsschutzpolitik unterzeichnet, und ist klar, wer im Betrieb für welches Thema verantwortlich ist?
Notfallunterlagen
Alarmierungsablauf, Rettungskonzept und Nachweise über durchgeführte Übungen oder Erste-Hilfe-Kurse.
Vorfallerfassung
Eine Liste der Unfälle und Beinaheunfälle der letzten Jahre mit den daraus abgeleiteten Massnahmen.
Regeln für Fremdfirmen
Wie instruieren Sie Subunternehmer und stimmen Arbeiten auf gemeinsamen Baustellen ab?
Antworten Sie ehrlich. Eine Frage mit Nein zeigt Ihnen, was noch fehlt. Sie können die Beurteilung nach der Nachbesserung wiederholen.
06: Abgrenzung
Wann ein Auftraggeber ein Audit vor Ort verlangt
Manche Ausschreibungen oder Rahmenverträge legen fest, wie ein Zertifikat zustande gekommen sein muss. Lesen Sie die Eignungskriterien genau, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden. Fragt der Auftraggeber nur nach einem gültigen ISO-45001-Zertifikat mit Prüfmöglichkeit, passt das Zertifikat von Zertify. Schreibt er ein Audit vor Ort durch eine Zertifizierungsstelle vor, brauchen Sie die klassische Route.
Im Zweifel fragen Sie beim Einkauf nach. Die Antwort kostet eine E-Mail und erspart Ihnen eine Absage nach Ablauf der Eingabefrist.
07: FAQ
Häufige Fragen zu ISO 45001 in der Energiebranche
08: Leitfaden
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