ISO 45001:2018 Arbeitsschutzmanagement
ISO 45001 für Handwerk: Arbeitsschutz belegen, ohne Audit vor Ort
ISO 45001 zeigt, dass Ihr Betrieb Gefährdungen systematisch ermittelt und Unfällen vorbeugt. Generalunternehmer, Industriekunden und öffentliche Auftraggeber fragen diesen Nachweis in Lieferantenfragebogen und Ausschreibungen ab. Mit Zertify beantworten Sie 34 Fragen online und müssen dafür keinen Auditor auf die Baustelle oder in die Werkstatt einladen.
01: Nachfrage
Warum Auftraggeber von Handwerksbetrieben ISO 45001 verlangen
Ein Generalunternehmer vergibt Teilaufträge an viele Betriebe. Verunfallt auf seiner Baustelle ein Mitarbeiter eines Subunternehmers, steht auch der Auftraggeber im Fokus. Darum enthalten viele Lieferantenfragebogen Fragen zum Arbeitsschutz: Gibt es eine Politik, werden Gefährdungen beurteilt, werden Vorfälle ausgewertet?
Bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand und grosser Industriekunden kann ein Nachweis zum Arbeitsschutzmanagement verlangt werden. Ein ISO-45001-Zertifikat beantwortet diese Frage mit einem prüfbaren Dokument. Der Einkauf des Auftraggebers muss keine Sicherheitskonzepte durchlesen, er prüft die Zertifikatsnummer.
Für den Betrieb selbst zählt ein anderes Argument. Eine kleine Equipe ist nach einem Unfall sofort lahmgelegt. Fallen zwei Monteure aus, hält der Termin beim Kunden nicht mehr.
02: Gefährdungen
Welche Risiken im Handwerk die Norm abdeckt
ISO 45001 schreibt keine Schutzmassnahme für ein bestimmtes Gewerbe vor. Sie verlangt, dass Ihr Betrieb seine eigenen Gefährdungen kennt und steuert. Im Handwerk sind das meist diese:
- Arbeiten in der Höhe
- Gerüst, Leiter, Dach, Hubarbeitsbühne. Dachdecker, Maler und Elektriker beurteilen vor Arbeitsbeginn, wie Absturz verhindert wird.
- Staub und Gefahrstoffe
- Schleifstaub beim Schreiner, Lösemittel beim Maler, Mörtel und Zement beim Maurer. Zu klären sind Ersatzstoffe, Absaugung und Schutzausrüstung.
- Maschinen und Handwerkzeuge
- Kreissäge, Winkelschleifer, Bohrhammer, Abkantpresse. Wartung, Schutzvorrichtungen und Einweisung der Mitarbeitenden gehören ins System.
- Lärm und Vibration
- Bohr- und Abbrucharbeiten belasten das Gehör und die Hände. Der Betrieb legt fest, wer wie lange mit welchem Gerät arbeitet.
- Heben und Tragen
- Fensterelemente, Rohre, Platten, Zementsäcke. Hilfsmittel und Arbeitsorganisation entscheiden, ob Rückenschäden entstehen.
- Wechselnde Arbeitsorte
- Jede Baustelle und jede Kundenwohnung hat andere Bedingungen. Alleinarbeit und Fahrten mit dem Servicefahrzeug kommen dazu.
03: Umsetzung
Wie ein Handwerksbetrieb die Kernanforderungen erfüllt
Die sechs zentralen Anforderungen lassen sich in einem Betrieb mit zehn oder dreissig Mitarbeitenden ohne eigene Sicherheitsabteilung umsetzen. Der Aufwand liegt bei der Klarheit, nicht bei der Menge an Papier.
Gefährdungen ermitteln und beurteilen
Ein Sanitärbetrieb listet die Tätigkeiten auf: Rohrschneiden, Löten, Arbeiten im Schacht, Montage in engen Räumen. Zu jeder Tätigkeit hält er Gefährdung und Schutzmassnahme fest.
Arbeitsschutzpolitik festlegen
Die Geschäftsleitung formuliert eine kurze Politik mit der Verpflichtung zur Prävention und unterschreibt sie. Sie hängt in der Werkstatt und liegt in jedem Fahrzeug.
Mitarbeitende anhören und beteiligen
Vor Baubeginn gibt es eine kurze Besprechung der Risiken. Wer auf dem Gerüst steht, weiss oft am besten, wo es eng wird, und sagt es.
Rangfolge der Schutzmassnahmen anwenden
Zuerst die Gefahr beseitigen, dann technisch sichern, dann organisieren, zuletzt persönliche Schutzausrüstung. Ein Schreiner ersetzt nicht den Gehörschutz, sondern beginnt mit der Absaugung und der Kapselung der Maschine.
Notfallvorsorge planen
Erste-Hilfe-Material in jedem Fahrzeug, Notfallnummern pro Baustelle, bekannte Sammelplätze. Der Betrieb übt den Ablauf, bevor er ihn braucht.
Vorfälle untersuchen und Massnahmen ableiten
Auch der Beinahe-Unfall, bei dem eine Leiter wegrutscht, wird erfasst. Aus der Ursache folgt eine Massnahme, etwa eine rutschfeste Fussplatte für alle Leitern.
04: Nachweis
Was Sie Auftraggebern im Handwerk konkret vorlegen
Ein Zertifikat ersetzt die Unterlagen im Betrieb nicht. Es verkürzt aber die Gespräche, weil die Grundfrage beantwortet ist.
| Anfrage | Was der Auftraggeber wissen will | Was Sie vorlegen |
|---|---|---|
| Lieferantenfragebogen | Besteht ein Arbeitsschutzmanagement? | Zertifikat mit Nummer und Verifizierungsseite |
| Offerte für einen Generalunternehmer | Wie sind Einsätze auf fremden Baustellen abgesichert? | Arbeitsschutzpolitik und Gefährdungsbeurteilung pro Tätigkeit |
| Kundenaudit | Wie werden Vorfälle erfasst und ausgewertet? | Vorfallsliste mit abgeleiteten Massnahmen |
| Ausschreibung | Gibt es einen Nachweis nach ISO 45001? | Zertifikat als PDF mit QR-Code |
Jedes Zertifikat von Zertify lässt sich öffentlich anhand von Nummer oder QR-Code prüfen. Der Einkauf des Auftraggebers sieht selbst, ob es gültig ist.
05: Zertify
ISO 45001 für Ihren Handwerksbetrieb mit Zertify
Die Grundlage ist eine Selbstbewertung online. Sie beantworten 34 Ja/Nein-Fragen zu ISO 45001. 14 davon betreffen zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Bei den übrigen 20 Fragen braucht es mindestens 14 Ja-Antworten. Der Test ist kostenlos, Sie brauchen dafür kein Konto.
Nach bestandener Bewertung und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden. Es wird von der G6 Agency AG unter Lizenz von SICE (Swiss Institute of Certification and Education) ausgestellt. SICE prüft jede Selbstbewertung, bevor das Zertifikat erteilt wird. Ein Audit vor Ort findet nicht statt. Jedes Jahr bestätigen Sie den Stand in einem kurzen Re-Audit online.
Wer die Anforderungen im Betrieb noch nicht erfüllt, sieht an den Fragen, wo die Lücken liegen. Das Gerüst-Protokoll, die Besprechung vor Baubeginn und die Vorfallsliste lassen sich in der Regel schon vor der Bewertung einführen.
06: Preis
Was das Zertifikat kostet und wie es abgerechnet wird
Das Zertifikat kostet 699 CHF (699 €) im ersten Jahr, danach 469 CHF (469 €) pro Jahr inklusive des jährlichen Online-Re-Audits. Es gilt drei Jahre. Für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein sind 8,1 % Mehrwertsteuer im Preis enthalten.
Die Abrechnung läuft als automatisches Jahresabonnement. Sie können es jederzeit im Kundenkonto auf das Ende des laufenden Jahres kündigen. Dann endet das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Betreibt Ihr Betrieb zusätzlich ISO 9001 oder ISO 14001, gelten 20 % Rabatt für zwei Normen und 30 % ab drei Normen, auch auf die Jahresgebühr.
Wer abwägt, ob der klassische Weg mit Vor-Ort-Audit durch eine Zertifizierungsstelle besser passt, findet den Vergleich in unserem Leitfaden.
07: FAQ
Häufige Fragen zu ISO 45001 im Handwerk
08: Leitfaden
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