ISO 45001:2018 Arbeitsschutzmanagement
ISO 45001 für Maschinenbau: Arbeitsschutz belegen, ohne Audit vor Ort
Kunden und Einkaufsabteilungen wollen von Maschinenbauern wissen, wie sie Gefährdungen in Fertigung, Montage und Service steuern. ISO 45001 gibt dafür den anerkannten Rahmen. Mit Zertify beantworten Sie die Selbstbewertung online und erhalten das Zertifikat innerhalb von 4 Stunden nach bestandener Bewertung und Zahlung.
01: Nachfrage
Warum fragen Kunden im Maschinenbau nach ISO 45001?
Eine Maschine entsteht in vielen Schritten mit körperlichem Risiko: Zuschnitt, Zerspanung, Schweissen, Montage, Probelauf. Wer in dieser Kette steht, sei es als Hersteller oder als Zulieferer, findet die Frage nach dem Arbeitsschutz früher oder später im Lieferantenfragebogen.
Einkaufsabteilungen grösserer Auftraggeber wollen belegen können, dass ihre Lieferanten Gefährdungen systematisch steuern. Ausschreibungen enthalten dazu oft eine Zeile, in der ein Zertifikat für das Managementsystem verlangt oder bevorzugt wird. Ohne Nachweis beantworten Sie jede Anfrage einzeln mit eigenen Unterlagen.
Dazu kommt der Einsatz beim Kunden. Ihre Monteure arbeiten in fremden Hallen, neben laufenden Anlagen, und die Inbetriebnahme steht unter Termindruck. Der Auftraggeber fragt, wie Sie diese Einsätze vorbereiten und was nach einem Unfall passiert.
Ob eine Selbstbewertung oder die klassische Route mit Vor-Ort-Audit durch eine Zertifizierungsstelle besser passt, hängt vom Auftraggeber ab. Der Vergleich der Wege steht in einem eigenen Leitfaden.
02: Gefährdungen
Welche Risiken des Maschinenbaus ISO 45001 abdeckt
Der Standard schreibt keine bestimmte Schutzeinrichtung vor. Er verlangt, dass Sie Ihre eigenen Gefährdungen kennen, beurteilen und steuern. Im Maschinenbau betrifft das diese Bereiche:
- Pressen, Stanzen und Biegen
- Quetsch- und Schnittstellen an beweglichen Werkzeugen, besonders beim Einrichten und bei Störungen.
- Montage grosser Baugruppen
- Anschlagen und Heben schwerer Bauteile mit Kran oder Hebezeug, Arbeiten unter schwebender Last.
- Zerspanen und Schweissen
- Lärm, Späne, Kühlschmierstoffe, Schweissrauch und Funkenflug am Arbeitsplatz.
- Inbetriebnahme beim Kunden
- Arbeit auf fremdem Gelände, neben laufenden Anlagen, mit unbekannten Verkehrs- und Notfallwegen.
- Probelauf und Prüfstand
- Drehende Teile, Druck und gespeicherte Energie bei der ersten Inbetriebnahme einer neuen Maschine.
- Instandhaltung und Service
- Energien abschalten, sichern und prüfen, bevor jemand in den Gefahrenbereich greift.
03: Praxis
Wie ein Maschinenbauer die Kernanforderungen erfüllt
Die sechs Kernanforderungen lassen sich in jedem Betrieb mit konkreten Unterlagen und Abläufen belegen. So sieht das in einer Werkstatt oder Montageabteilung aus:
Gefährdungen ermitteln und beurteilen
Sie gehen Fertigung, Montage und Service Arbeitsplatz für Arbeitsplatz durch und halten fest, wo gequetscht, geschnitten, gehoben oder Lärm erzeugt wird. Eine neue Maschine oder Vorrichtung wird beurteilt, bevor sie startet.
Arbeitsschutzpolitik festlegen
Die Geschäftsleitung unterzeichnet eine kurze Politik, die sich zur Prävention verpflichtet. Sie hängt in der Werkstatt aus und nennt Ziele, etwa die Zahl der Vorfälle pro Jahr zu senken.
Mitarbeitende anhören und beteiligen
Bevor ein neues Hebezeug in Betrieb geht, besprechen Werkstattleiter und Monteure den Ablauf. Ihre Rückmeldungen werden schriftlich festgehalten und fliessen in die Anweisung ein.
Rangfolge der Schutzmassnahmen anwenden
Zuerst prüfen Sie, ob sich die Gefahr beseitigen lässt. Erst danach folgen technische und organisatorische Massnahmen, zuletzt die persönliche Schutzausrüstung.
Notfallvorsorge planen
Der Hallenplan mit Fluchtwegen hängt aus, Erste-Hilfe-Material liegt bei den Bearbeitungszentren. Für Einsätze beim Kunden hat jeder Monteur die Notfallnummern und den Ansprechpartner vor Ort.
Vorfälle untersuchen
Auch der Beinahe-Unfall, bei dem eine Last am Kran ins Schwanken gerät, wird erfasst. Die Ursache wird geklärt, die Massnahme bekommt eine verantwortliche Person und einen Termin.
04: Rangfolge
Die Rangfolge der Schutzmassnahmen an der Maschine
Die Rangfolge ist die Anforderung, die im Maschinenbau am meisten Gesprächsstoff liefert. Sie bestimmt, in welcher Reihenfolge Sie über Massnahmen entscheiden.
| Stufe | Gefährdung | Beispiel im Betrieb |
|---|---|---|
| Beseitigen | Quetschstelle am Werkstückwechsel | Ablauf so ändern, dass niemand mehr in den Bereich greifen muss |
| Ersetzen | Kühlschmierstoff mit Reizwirkung | Weniger belastendes Produkt einsetzen |
| Technisch sichern | Bewegliche Teile an der Presse | Trennende Schutzeinrichtung mit Verriegelung |
| Organisieren | Anschlagen schwerer Lasten | Geschultes Personal, schriftliche Anweisung, gesperrter Bereich |
| Persönliche Schutzausrüstung | Restlärm an der Zerspanung | Gehörschutz, ergänzend zu den übrigen Massnahmen |
Fragt ein Kunde nach Ihrem Vorgehen, prüft er genau diese Reihenfolge. Schutzausrüstung allein überzeugt dort nicht.
05: Zertify
ISO 45001 mit Zertify: so läuft es ab
Sie beantworten online 34 Ja/Nein-Fragen zu ISO 45001. 14 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Von den übrigen 20 Fragen brauchen Sie mindestens 14 Ja. Für den Kauf ist kein Konto nötig.
Das Zertifikat stellt die G6 Agency AG im Rahmen einer Lizenz von SICE aus. SICE prüft jede Selbstbewertung, bevor das Zertifikat entsteht. Einen Audit vor Ort gibt es nicht. Jedes Zertifikat trägt eine Nummer und einen QR-Code auf dem PDF, über die Ihr Kunde es auf der öffentlichen Verifizierungsseite selbst prüfen kann.
Die Kosten betragen 699 CHF (699 €) im ersten Jahr, danach 469 CHF (469 €) pro Jahr inklusive jährlichem Online-Re-Audit. Das Zertifikat gilt 3 Jahre. Das Abonnement verlängert sich jährlich automatisch und lässt sich im Kundenkonto jederzeit auf das Ende des laufenden Jahres kündigen. Dann endet das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Für Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein sind 8.1% MWST enthalten.
06: Vorbereitung
Was Sie vor der Selbstbewertung bereitlegen
Die Fragen sind schneller beantwortet, wenn Sie die Unterlagen zur Hand haben. Im Maschinenbau sind das meist die Gefährdungsbeurteilungen der Werkstatt und der Montage, die unterzeichnete Arbeitsschutzpolitik, der Notfallplan und eine Liste der erfassten Vorfälle samt Massnahmen.
Fehlt eines davon, legen Sie es an, bevor Sie die Fragen beantworten. Die Selbstbewertung zeigt Ihnen ausserdem, bei welchen der 14 zwingenden Anforderungen noch eine Antwort fehlt.
07: FAQ
Häufige Fragen zu ISO 45001 im Maschinenbau
08: Leitfaden
Weiterführende Seiten
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