ISO 45001:2018 Arbeitsschutzmanagement
ISO 45001 für Reinigung und Facility Management
Reinigungs- und Gebäudeservicefirmen werden von Auftraggebern zunehmend nach ihrem Arbeitsschutz gefragt. Ein ISO-45001-Zertifikat beantwortet diese Frage mit einer prüfbaren Nummer. Bei Zertify erhalten Sie es online auf Basis einer Selbstbeurteilung, ohne Audit im Betrieb.
01: Nachfrage
Warum Auftraggeber ISO 45001 von Reinigungsfirmen verlangen
Wer sich auf Ausschreibungen für Unterhaltsreinigung oder Gebäudeservice bewirbt, findet im Eignungsteil regelmässig Fragen zum Arbeitsschutz. Einkaufsabteilungen von Spitälern, Industriebetrieben und Verwaltungen schicken Lieferantenfragebogen, in denen nach einem Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit gefragt wird. Ein Zertifikat mit Nummer und QR-Code lässt sich dort direkt angeben und vom Einkauf selbst prüfen.
Der Grund liegt in der Arbeitsweise der Branche. Reinigungskräfte und Techniker arbeiten in fremden Gebäuden, häufig allein und ausserhalb der Bürozeiten. Der Auftraggeber will wissen, wie sein Dienstleister Gefährdungen erkennt, bevor etwas passiert. Facility-Management-Firmen, die Reinigung oder Haustechnik an Subunternehmer vergeben, stellen dieselbe Frage an ihre Partner weiter.
02: Risiken
Welche Gefährdungen ISO 45001 in der Reinigung und im Gebäudeservice abdeckt
Die Norm schreibt keine einzelne Schutzmassnahme vor. Sie verlangt, dass der Betrieb seine Gefährdungen systematisch ermittelt und im Griff behält. Für die Branche sind das vor allem diese Punkte:
- Chemische Gefährdung
- Reinigungsmittel, Entkalker und Desinfektionsmittel reizen Haut und Atemwege. Gefährlich wird es beim Umfüllen oder beim Mischen von Produkten, die nicht zusammenpassen.
- Sturz und Absturz
- Nasse Böden, Treppenhäuser, Leitern bei der Glas- und Fassadenreinigung, Arbeiten an Leuchten und Lüftungsgittern in der Höhe.
- Heben und Tragen
- Mobiliar verschieben, Abfallsäcke und Eimer tragen, Maschinen über Treppen bringen. Dazu kommen Zwangshaltungen beim Wischen und Bücken.
- Alleinarbeit
- Nachtreinigung und Frühdienst in leeren Gebäuden. Wer stürzt oder sich verletzt, wird unter Umständen erst Stunden später gefunden.
- Stich- und Infektionsgefährdung
- Spritzen und Scherben im Abfall, Sanitärräume, Patientenzimmer und Praxisräume mit biologischem Material.
- Haustechnik und Aussenbereich
- Arbeiten an elektrischen Anlagen und Maschinen, Winterdienst bei Glatteis, Fahrten mit Servicefahrzeugen zwischen den Objekten.
03: Umsetzung
Wie ein Reinigungsbetrieb die Kernanforderungen erfüllt
Die Anforderungen folgen der gemeinsamen Struktur der ISO-Managementsysteme: Führung (Kapitel 5), Planung (Kapitel 6), Betrieb (Kapitel 8) und Verbesserung (Kapitel 10). Die Tabelle zeigt, wie sich die sechs Kernanforderungen in einem Betrieb mit mehreren Objekten und wechselnden Teams umsetzen lassen.
| Anforderung | Beispiel aus dem Betrieb |
|---|---|
| Gefährdungen ermitteln und beurteilen | Vor Auftragsbeginn begeht die Objektleitung das Gebäude: Bodenbeläge, Zugang zu Fenstern, Lagerort der Reinigungsmittel, Alleinarbeit am Abend. Das Ergebnis ist eine kurze Gefährdungsliste pro Objekt. |
| Arbeitsschutzpolitik festlegen | Eine Seite, von der Geschäftsleitung unterzeichnet, mit der Verpflichtung zur Prävention. Sie hängt im Personalraum und liegt jeder Offerte bei. |
| Mitarbeitende anhören und beteiligen | Die Teams melden Beinahe-Unfälle und rutschige Stellen direkt an die Objektleitung. Einmal im Monat werden die Meldungen besprochen, auch mit Mitarbeitenden, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. |
| Rangfolge der Schutzmassnahmen anwenden | Zuerst die Gefahr beseitigen: Teleskopstiel statt Leiter. Dann technisch: Dosiersystem statt Handmischen. Danach organisatorisch, etwa Zweierteams bei Höhenarbeit. Schutzhandschuhe und Brille kommen zuletzt. |
| Notfallvorsorge und Notfallreaktion planen | Ein Alarmierungsweg für Alleinarbeit, Augenspülflasche beim Chemikalienlager, bekannte Fluchtwege in jedem Kundenobjekt, regelmässige Übungen mit dem Erste-Hilfe-Team. |
| Vorfälle untersuchen und Massnahmen ableiten | Jeder Vorfall wird mit Ursache, Massnahme, Verantwortlichem und Termin festgehalten. Die Massnahme wird beim nächsten Treffen auf Wirkung geprüft. |
04: Vorbereitung
Was Sie vor der Selbstbeurteilung zusammentragen
Viele Betriebe haben die meisten Bausteine bereits, nur liegen sie verstreut in Ordnern, Chats und Köpfen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
Objekte und Tätigkeiten auflisten
Welche Objekte betreuen Sie, welche Arbeiten fallen dort an, wer arbeitet allein?
Gefährdungen pro Tätigkeit notieren
Ein Blatt pro Tätigkeit genügt: Gefahr, bestehende Massnahme, offene Punkte.
Zuständigkeiten schriftlich festhalten
Wer in der Geschäftsleitung trägt den Arbeitsschutz, wer vertritt die Objektleitenden, wer untersucht Vorfälle?
Unterweisungen und Vorfälle belegen
Teilnehmerlisten der Einführung neuer Mitarbeitender und die letzten Unfall- oder Beinahe-Unfall-Meldungen mit den daraus abgeleiteten Massnahmen.
Subunternehmer einbeziehen
Halten Sie fest, wie Sie Partner informieren, die in Ihren Objekten arbeiten, und was Sie von ihnen verlangen.
05: Zertify
ISO 45001 mit Zertify erhalten
Die Selbstbeurteilung besteht aus 34 Ja/Nein-Fragen. 14 davon sind zwingende Anforderungen der Norm und müssen alle mit Ja beantwortet werden. Bei den übrigen 20 Fragen braucht es mindestens 14 Ja-Antworten. Die Beurteilung läuft online und braucht kein Konto.
Das Zertifikat wird von der G6 Agency AG im Rahmen einer Lizenz des SICE (Swiss Institute of Certification and Education) ausgestellt. Das SICE prüft jede Selbstbeurteilung, bevor das Zertifikat erteilt wird. Nach bestandener Beurteilung und Zahlung erhalten Sie das Zertifikat innert 4 Stunden als PDF. Jedes Zertifikat ist über Nummer und QR-Code öffentlich verifizierbar, sodass Ihr Auftraggeber die Gültigkeit selbst nachprüft. Ein Audit im Betrieb entfällt. Ein kurzes Online-Re-Audit bestätigt das Zertifikat jedes Jahr.
Der Preis beträgt 699 CHF im ersten Jahr, danach 469 CHF pro Jahr inklusive Online-Re-Audit. Das Zertifikat ist 3 Jahre gültig. Das Abonnement verlängert sich jährlich automatisch und lässt sich im Kundenkonto jederzeit auf das Ende des laufenden Jahres kündigen. Dann endet das Zertifikat mit dem bezahlten Jahr. Für zwei Normen gibt es 20 % Rabatt, für drei oder mehr 30 %, auch auf die jährliche Gebühr. In der Schweiz und in Liechtenstein sind 8,1 % MWST im Preis enthalten.
06: FAQ
Fragen zu ISO 45001 in Reinigung und Facility Management
07: Leitfaden
Weiterführende Seiten
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